Artikel 1/2016 Überblick über das Learning Layers Training mit “Themenräumen” im Bau-ABC (in 2015)

Pekka Kämäräinen

Ein Höhepunkt in den Learning Layers (LL) Projektaktivitäten im Bausektor im Jahre 2015 war die Trainingskampagne mit “Themenräumen” in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC. Ursprünglich wurde der Ansatz von den Lehrwerkmeistern des Bau-ABC initiiert. Nach den früheren pilothaften Multimediatrainingsworkshops wollte man ein flexibles Trainingsmodell entwickeln, das regelmäßige Workshops mit selbstorganisiertem Lernen, Peer Tutoring und Onlineunterstützung verbindet. Das alles wurde mit dem Konzept “Themenräume” zusammengefasst.

1. Der “Themenraum”-Ansatz nimmt Gestalt an und wird umgesetzt

Der Grundgedanke des Themenraumansatzes war, zuerst einige Hauptthemen zu setzen, die mit parallelen bzw. sukzessiven Workshops bearbeitet werden. Die Kontinuität des Lernens zwischen den Workshops wird mit Hilfe von Online-Lernräumen und Peer Tutors unterstützt. Die Teilnehmer können dann ihre Wege durch die Themenräume in einer abgestimmten Zeitspanne durchlaufen. (Hier sollte man die recht unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Teilnehmer berücksichtigen und demgemäß das Lerntempo anpassen). Insbesondere mit Peer Tutoring und Online-Lernräumen werden die Teilnehmer unterstützt, den Weg durch die Lernaufgaben der Themenräume zu absolvieren.

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Screenshot 1 und 2: Rollenverteilung in den Themenräumen und Überblick über Lernmaterialien

In der gemeinsamen Vorbereitungsphase wurden zuerst die folgenden Themen für die aktuelle Trainingskampagne zur Diskussion gestellt:

  1. Anwendung sozialer Medien als Unterstützung fürs berufliche Lernen,
  2. Herstellung digitaler Lernmaterialien,
  3. Urheberrecht, Lizenzen und Austausch und Teilen von Information im Internet,
  4. Anwendung der Learning Toolbox (LTB) als integrativem Toolset.

In der genaueren Planung haben wir entschieden, mit weniger Themen anzufangen und je zwei Workshops für die zwei ausgewählten Hauptthemen anzubieten. Demgemäß wurde zuerst mit den Themen ‘Soziale Medien’ und ‘Digitale Lernmaterialien’ angefangen. Das Thema ‘Urheberrecht’ wurde als Querschnittsthema eingeplant und mit kurzen ‘Gastvorträgen’ des verantwortlichen Tutors (Dirk Stieglitz) abgedeckt, der die parallelen Gruppen im Laufe der Trainingskampagne besuchte. Dazu haben wir entschieden, das Thema ‘Learning Toolbox’ in eine spätere Phase des Trainings mit Themenräumen zu verschieben.

Nach diesen inhaltlichen Vorbereitungen waren wir bereit, die Trainingskampagne für das ganze Aus- und Weiterbildungspersonal des Bau-ABC in Rostrup (und dessen Pendant ABZ in Mellendorf) anzufangen.  Für jede Teilnehmergruppe (insgesamt 5) hatten wir einen Peer Tutor aus dem Bau-ABC (Lothar Schoka, Kevin Kuck, Markus Pape, Stefan Wiedenstried, Melanie Campbell) und einen Ko-tutor aus dem ITB (Pekka Kämäräinen, Joanna Burchert, Lars Heinemann, Werner Müller, Ludger Deitmer). Zusätzlich war Dirk Stieglitz als Gasttutor für seinem Themenbereich tätig und Jaanika Hirv (Tallinn Universität) unterstützte die Koordination und Durchführung der Trainingskampagne am Ort.

2. Zwischenbilanz nach dem ersten Zyklus der Themenraumworkshops

Genauere Einblicke in die thematische Workshops und die Lernerfahrungen werden in Artikel 2 gegeben (s. Peer learning and use of digital media in Theme Room workshops). Deshalb wird unten über die gemeinsame Zwischenbilanzierung im Bau-ABC nach dem ersten Zyklus mit vier Workshops berichtet. Hier einige Bemerkungen aus der Diskussion:

a) Bemerkungen der Teilnehmer über deren Lernerfahrungen

Die Lehrwerkmeister des Bau-ABC gaben Rückmeldungen über ihre Lernerfahrungen mit sozialn Medien und digitalen Lerninhalten. Insbesondere gaben solche Teilnehmer positives Feedback, die sich selbst eher als Anfänger betrachtet hatten. Auch das Lernklima in den Gruppen wurde positiv bewertet. Dazu betonte Direktor Emken (als Teilnehmer in einer Gruppe), dass die Workshops allen die Chance gegeben hatten, als Peer Learner mitzumachen. Dazu war es seiner Meinung nach wichtig, dass es keinen Druck gab, von den Teilnehmern mehr zu erwarten und  zu fordern als das, wozu sie bereit waren.

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Screenshot 3 und 4: Berichterstattung der Gruppen über ihre Lernerfahrungen mit Hilfe von GoConqr Mindmaps

b) Feedback über praktische Arrangements

Betreffend die praktischen Arrangements gab es mehrere Bemerkungen. Der Zeitpunkt für die Workshops (am Freitag Nachmittag) wurde als nicht ganz ideal für das Erwerben neuer Fähigkeiten betrachtet. Jedoch konnten wir konstatieren, dass es den Gruppen gelungen ist, die anfängliche Ermüdung zu überwinden und inspiriert zu werden. Die Teilnehmer fanden auch das Arrangement nützlich, ein Schwerpunktthema mit zwei sukzessiven Workshops zu bearbeiten und möglichst nahtlos in das folgende Thema einzusteigen. Die Teilnehmer begrüßten auch, dass dasselbe Tutorenpaar die Gruppe in allen Workshops betreute.

c) Organisationale Fragen

Direktor Emken betonte hier, dass das Bau-ABC sich in der Zukunft als Wegweiser in der Anwendung digitaler Medien und Web Tools im Training positionieren müsse. In dieser Hinsicht ist seiner Meinung nach das Bau-ABC zunächst als Lerner unterwegs. Man macht Fortschritte, aber noch ist man auf dem Wege. Und hier soll das Bau-ABC auch seine Partner vom Bausektor auf dem Laufenden halten. Aus dieser Perspektive war es ihm und den Teilnehmern klar, dass das Bau-ABC mit dem Themenraumansatz weiter arbeiten muss und bestmögliche Lernergebnisse aus den Workshops holen soll.

Insgesamt waren die Bemerkungen positiv und die Teilnehmer bestätigten ihre Bereitschaft, mit dieser Art Training weiterzumachen. Für die unterstützenden Learning Layers-Partner war die Diskussion ein klares Signal, den Ansatz mit dem Bau-ABC weiterzuentwickeln. Das Themenraumtraining ist im Bau-ABC angekommen. Auf dieser Grundlage lassen sich weitere Maßnahmen in der Projektarbeit aufbauen.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 1/2016

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