Artikel 2/2016 Peer Learning und Anwendung digitaler Medien in “Themenraum”-Workshops (2015)

Pekka Kämäräinen

Der erste Artikel in dieser Reihe gibt einen Überblick über Vorbereitung und Beginn der Trainingskampagne mit Themenraum-Workshops in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC im November 2015. Der zweite Artikel präsentiert Einblicke in Prozesse von Peer Learning sowie Fallbeispiele zur Anwendung digitaler Medien in den einzelnen Workshops.

Unten wird in zwei Hauptabschnitten über die Aktivitäten und Lernerfahrungen mit den zwei Themen (“Soziale Medien als Unterstützung für berufliches Lernen” und “Herstellung digitaler Lernmaterialien”) berichtet. Hier wird nicht versucht, alle parallelen Gruppen in einem umfassenden Bericht zusammenzufassen. Stattdessen widerspiegeln die Bemerkungen und Einschätzungen eher die Entwicklungen in der Gruppe, wo der Autor als Ko-Tutor tätig war. Dazu gibt es einige ergänzende Bemerkungen über die Gruppendynamik in den anderen Gruppen (aufgrund Erfahrungsaustausch zwischen den Tutoren).

1. Die Rolle der Sozialen Medien als Unterstützung für berufliches Lernen

In den meisten Lerngruppen waren die Tutoren des Bau-ABCs schon aktiv bei Facebook, weil sie Facebook-Gruppen des Bau-ABCs für ihr jeweiliges Gewerk gegründet hatten. Und in diesen Gruppen waren die Auszubildenden aktiv beteiligt – als Leser und mit Beiträgen. Trotzdem waren nicht alle Teilnehmer begeistert über Facebook. Jedoch konnten alle Teilnehmer konnten akzeptieren, dass die existierenden Facebook-Gruppen des Bau-ABCs eine positive Rolle in der beruflichen Identitätsbildung der Auszubildenden und in der Öffentlichkeitsarbeit des Bau-ABC gespielt hatten. Deshalb galten die ersten Übungen mit Facebook als natürliche ‘Vorspeisen’ für dieses Thema – um dann mit anderen Medien, Plattformen und sozialen Netzwerken weiter zu üben.

Einstieg mit Facebook – und die Bedeutung der “Hands-on” Übungen

Am Anfang eröffneten die Teilnehmer für sich Konten bei Facebook und informierten sich über die Einstellungen. Hier konzentrierten sich einige Lerngruppen auf die Einstellungen zur Privatsphäre fokussiert, während sich andere Gruppen stärker mit dem Teilen von Inhalten zwischen Einzelnen bzw. Gruppen beschäftigten. Insgesamt waren diese Übungen nützlich, um die Kluft zwischen Anwendern und Nicht-Anwendern zu überwinden.

Überblick über weitere soziale Medien, Plattformen und Netzwerke

Nach dem Einstieg präsentierte das Training eine breitere Palette von sozialen Medien, Plattformen und Netzwerken, um deren Potenzial zur Unterstützung der Berufsausbildung zu diskutieren. In dieser Phase hatten die Gruppen kurze Demonstrationen und ein Brainstorming über Nutzen und Nachteile verschiedener Medien. Auf diese Weise wurde die Anwendung von Twitter, Blogs, YouTube und einigen anderen Medien kurz thematisiert. Am Ende dieser Phase wurden die Teilnehmer eingeladen, ihre eigenen Prioritäten für die Anwendung sozialer Medien auszudrücken. Insbesondere klärten sie, welche Prioritäten sich auf welche Zwecke und welche Zielgruppen bezogen.

2. Herstellung digitaler Lernmaterialien für berufliche Bildung

Mit diesem Themenbereich hatten die parallelen Lerngruppen einigermassen unterschiedliche Herangehensweisen. Die Gruppen, die mit diesem Theme angefangen hatten, fokussierten sich auf die Vorbereitung von exemplarischen digitalen Lerninhalten. Damit haben diese Gruppen die Produktions- und Redaktionsprozessen betont. Die Gruppen, die mit dem Thema ‘Soziale Medien’ angefangen hatten, richteten mehr Aufmerksamkeit auf die Arbeit mit Blogs (und in diesem Zusammenhang spezifische Tools und Apps). Auf diese Weise wurden Blogs als potenzielle Keimzellen für umfassendere digitale Lernumgebungen präsentiert.

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Screenshot 1 und 2: Einstieg in die Video-Produktion in einer Themenraum-Workshop

Arbeit mit Videos und spezifische GoConqr Tools

Die zwei Gruppen, die mit dem Thema “Digitale Lernmaterialien” angefangen hatten, beschäftigten sich auch mit Produktion und Redaktion von Kurzvideos. Zusätzlich führten diese Gruppen einige domänenspezifische Übungen für Auszubildende mit GoConqr Quiz Tools durch. Diese Gruppen nutzten die Brainstorming Phasen dazu, die Anwendbarkeit der Videos und GoConqr Tools in der Berufsausbildung zu diskutieren. In der Fortsetzung zum Thema ‘Soziale Medien’ diskutierten diese Gruppen die Rolle der Blogs als Instrumente, um solche Übungen den Auszubildenden zu präsentieren.

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Screenshot 3 und 4: Einblicke in Blogs und GoConqr-Quizzes von Bau-ABC Lehrwerkmeister

Arbeit mit Blogs

Die Gruppen, die in diesem Thema hauptsächlich die Arbeit mit Blogs betonten, hatten jeweils leicht unterschiedliche Akzente. In einer Gruppe wurden die Teilnehmer beauftragt, ganz neue Blogs zu beginnen und die Anwendung (mit Posts und Kommentaren) zu üben. Hier arbeiteten die Teilnehmer sich in die Prozesse, Techniken und redaktionellen Optionen ein.

In der anderen Gruppe wurden die schon existierenden Blogs der Bau-ABC Lehrwerkmeister (insbesondere das Zimmererblog und das Brunnenbauerblog) als Ausgangspunkt genommen. Mit Übungen mit und Diskussionen über die vorhandenen Blogs machten sich die Teilnehmer Gedanken dazu, ob sich diese Blogs als Vorlagen für ähnliche Blogs in den anderen Gewerken nutzen lassen. In der nächsten Phase wurden genauere Fragen zur optimalen Anwendung von Blogs gestellt. Die Diskussionen in dieser Phase wurden gemeinsam mit Hilfe eines GoConqr Mindmaps zusammengefasst. In dem Mindmap wurden Argumente für die Einführung unterschiedlicher Inhalte mit Hilfe von Blogs und für deren Teilen (als öffentlich zugängliche) oder deren Beibehaltung als private Inhalte.

Die Arbeit in den beiden Gruppen brachte die Teilnehmer mit Erfahrung mit Blogs näher an diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit Blogs gehabt hatten. Darüber hinaus hatte die Diskussion in der zweiten Gruppe konkrete Vorschläge gebracht, wie bestimmte grundlegende Inhalte als ‘integrated Packages’, als Bausteine für solche Blogs entworfen werden konnten. Diese ‘Packages’ konnten Links zu anderen Dokumenten, Photos, Zeichnungen und Videos, Quiztests sowie Links auf externe Materialien miteinander verknüpfen. In dieser Hinsicht hat diese Diskussion schon ansatzweise den Weg für die Einführung der Learning Toolbox vorbereitet.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 2/2016

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