Artikel und Videos über Learning Layers Pilotaktivitäten im Bausektor erhältlich in der Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version)

Die auf der Learning Layers Webseite veröffentlichten deutschsprachigen Artikel und Videos über die Pilotaktivitäten im Bausektor sind jetzt in Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jg. 1-3 gesammelt.  Auf diese Weise will das Team des Pilotfeldes ‘Bausektor’ die Bedeutung der Learning Toolbox als besonderes Endprodukt der Projektarbeit betonen. Dazu wollen wir einige Meilensteine und Arbeitsschritte transparent machen, die wir im Laufe der Projektarbeit auf der Projektwebseite dokumentiert haben.

Unten finden Sie Links zu den Übersichten der Jahrgänge 1-3 sowie zur Übersicht über die LTB Videos, die vom Projektteam des Bau-ABC Rostrup 2014 produziert wurden. Dazu finden Sie auch die deutschsprachige Einführung in die Learning Toolbox.

Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version), Jahrgang 3, 2016 – Überblick

Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version), Jahrgang 2, 2015 – Überblick

Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version), Jahrgang 1, 2014 – Überblick

LTB Videos vom Bau-ABC Team (2014) – Überblick

LTB Videos aus Verden: Anwendung von Learning Toolbox (LTB) in der Koordination von Bauprozessen (2016)

Learning Toolbox Online Guide: What is the Learning Toolbox?

Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version), Jahrgang 3, 2016 – Überblick

Sammlung von Artikeln über Pilotaktivitäten des 4. Jahres des Learning Layers Projekts

Pekka Kämäräinen

Im November 2015 begann das letzte Jahr des Learning Layers (LL) Projekts mit EU-Förderung aus dem FP7. Gerade zu diesem Zeitpunkt war das LL Team im Bausektor intensiv beschäftigt, eine umfassende Schulung in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC (zentraler Praxispartner des Projekts im Bausektor) durchzuführen. Diese Schulung über digitale Medien (als Unterstützung für berufliches Lernen)  wurde für das gesamte Bildungspersonal des Bau-ABC (und dessen Pendant ABZ) angeboten. Das Programm basierte auf dem gemeinsam entwickelten “Themenraum”-Ansatz und wurde von den LL Partnern aus ITB und Pontydysgu unterstützt.

Am Anfang des Jahres 2016 wurden diese Bemühungen fortgesetzt mit Pilotaktivitäten, um das integrative Toolset “Learning Toolbox (LTB)” in einigen Ausbildungsprojekten der Lehrwerkmeister des Bau-ABC einzuführen. Diese Phase der Pilotaktivitäten wurde mit vorbereitenden Meetings, einer gemeinsamer Kick-off Veranstaltung und mit Monitoringbesuchen kurz danach unterstützt. Im Laufe der Pilotaktivitäten werden auch weitere Berufsgruppen und andere Organisationen mitbeteiligt.

Artikel 1: Überblick über die Learning Layers Trainingskampagne mit “Themenräumen” im Bau-ABC (in 2015)

Der Artikel berichtet über die Gestaltung des Themenraumansatzes und dessen Umsetzung sowie über die gemeinsame Reflexion nach den ersten Themenraumworkshops (November – Dezember 2015).

Artikel 2: Peer Learning und Anwendung von digitalen Medien in “Themenraum” Workshops (2015)

Dieser Artikel bietet Einblicke in Prozesse des Peer Learning in Themenraumworkshops mit Fokus auf die Themen ‘Umgang mit sozialen Medien’ und ‘Erstellung digitaler Lernmaterialien’.

Artikel 3: Pilotaktivitäten mit der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC (2016)

Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Vorbereitung, Auftaktveranstaltung und das Monitoring des aktuellen Pilots mit der Learning Toolbox im Bau-ABC (ab Mitte März 2016).

Artikel 4: Pilotaktivitäten mit anderen Learning Layers Tools im Bau-ABC – Learning Toolbox in guter Gesellschaft (2016)

Dieser Artikel berichtet über einen Feldbesuch, während dessen die Learning Layers Partner zwei weitere Tools – die AchSo App (zur Videoannotation) sowie die SoAR App (zur Videokommunikation an Baustellen) eingeführt haben.

Artikel 5/2016 Neue Pilotfelder für die Anwendung der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC

Dieser Artikel berichet über  Peer Tutoring Sessions mit Bau-ABC Lehrwerkmeister, um die Anwendung der Learning Toolbox an weiteren Fachgebieten sowie in den fächerübergreifenden Themenbererich ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’ zu übertragen.

Artikel 6/2016: Learning Toolbox für transnationale Mobilität – Vorbereitung von LTB-Stacks mit spanischen Auszubildenden

Dieser Artikel berichtet über eine Workshop mit  spanischen Auszubildenden, die im Rahmen des Mobipro-EU Projekts Berufsausbildung im Bau-ABC absolvieren. In der Workshop haben wir die Anwendungsmöglichkeiten der Learning Toolbox als Unterstützung für transnationaler Mobilitiätsmassnahmen diskutiert.

Artikel 7/2016 Berichte über die Anwendung der Learning Toolbox in der Praxis – in der Ausbildung im Bau-ABC und an einer Baustelle in Verden

Dieser Artikel berichtet über jüngste Ergebnisse über die Anwendeng der Learning Toolbox im Bau-ABC und Erfahrungen von Thomas Isselhard (Netzwerk Nachhaltiges Bauen) mit der Anwendung der Learning Toolbox an einer Baustelle in Verden.

Artikel 7/2016 Berichte über die Anwendung der Learning Toolbox in der Praxis – in der Ausbildung im Bau-ABC und an einer Baustelle in Verden

Pekka Kämäräinen

In den vorigen Artikeln habe ich über die Einführung der Learning Toolbox (LTB) in die Ausbildung  unserer Partnerorganisation Bau-ABC Rostrup (unten als Bau-ABC erwähnt) berichtet. Anfang September 2016 machte ich zusammen mit Markus Manhart (UIBK) und Jaanika Hirv (TLU) einen mehrtägigen Besuch im Bau-ABC, um Feedback über die Anwendung der LTB zu sammeln. Unten präsentiere ich zuerst Ergebnisse von einzelne Interviews mit Lehrwerkmeister sowie von Fokusgruppen mit Auszubildenden.

Kurz vor diesem Besuch hat unser Forschungsteam aus dem ITB einen Workshop für Vertreter der Handwerksbetriebe in Bau organisiert, um Anwendungsmöglichkeiten der LTB in Bauprozessen zu demonstrieren. In dem Workshop hat Architekt Thomas Isselhard aus unserer Partnerorganisation NNB (Netzwerk für Nachhaltiges Bauen), Verden, seine Erfahrungen über die Anwendung der LTB an einer Baustelle präsentiert. Er beschrieb lebendig, wie seine Organisation ganz einfach und unkompliziert mit der LTB angefangen hat.

Nach den Berichten über unsere Ergebnisse sowie über den Workshop werde ich zum Schluss diskutieren, wie unser Forschungsteam diese Ergebnisse und Erfahrungen interpretiert hat. Hier werde ich neben den Analysen auch Szenarien für weitere Arbeit mit dem LTB kurz skizzieren.

Fall 1: Learning Toolbox als Unterstützung des beruflichen Lernens

In den vorigen Artikeln der Learning Toolbox Chronik haben wir berichtet, wie Bau-ABC Lehrwerkmeister die LTB in deren Ausbildung eingeführt haben. In diesem Zusammenhang haben sie spezifische Stacks bzw. Tiles für die Projekte der Auszubildenden gebaut (über stacks und tiles, s. die Learning Toolbox online guide). Für die Verbreitung der Anwendung der LTB und zur Unterstützung der Lernprozesse der Auszubildenden wurden folgende Ansätze zu berufsübergreifender Kooperation entwickelt:

  • Die Pilotgruppe der Brunnenbauer hat in einem kurzen Zeitraum Projekte auch in den benachbarten Gewerken (Metalltechnik, Straßenbau, Rohrleitungsbau) durchgeführt. Um die Lernprozesse der Auszubildenden zu unterstützen, haben die Lehrwerkmeister die LTB-Stacks von benachbarten Gewerke nach ähnlichem Muster aufgebaut.

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Screenshot 1 und 2: LTB-Stacks für benachberte Gewerke – Brunnenbau und Rohrleitungsbau

  • Die Pilotgruppe der Zimmerer hat mit einem gemeinsamen Projekt mit den Maurern zum Thema “Holzrahmenbau” angefangen. Die Lehrwerkmeister haben für dieses fächerübergreifende Projekt eine Familie von miteinander verknüpften Stacks für Einzelgewerke sowie für gemeinsame Lerninhalte aufgebaut.

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Screenshot 3 und 4: Verknüpfte LTB-Stacks für ein gemeinsames Projekt (Zimmerer und Maurer)

Analysen und Szenarien

Die Analysen der Interviews mit den Lehrwerkmeistern sowie die Protokolle der Fokusgruppen haben interessante Unterschiede zwischen den pädagogischen Ansätzen der Lehrwerkmeister und den respektiven LTB-Stacks transparent gemacht.

  • Einige Lehrwerkmeister haben eine problemorientierte Strategie verfolgt. Die LTB-Stacks sollen eine umfassende Sammlung von Lernressourcen anbieten. Die Auszubildenden sollen sich zu selbstorganisierten Lernern entwickeln, um sich je nach Anforderung die relevanten Informationen zu holen. Die Auszubildenden haben solche Herausforderungen als Vorbereitung für Arbeitssituationen an fernen Baustellen verstanden, wo sie womöglich überraschenden Problemen begegnen. Für sie gilt die LTB zunächst als ‘Informationsquelle’.
  • Einige Lehrwerkmeister dagegen verfolgen eine interessenorientierte Strategie in der Unterstützung der Lernprozesse. Demgemäß sollen die LTB-Stacks zuerst eine beschränkte Anzahl von Lernressourcen anbieten. Die Lernenden sollen dadurch den Weg finden, ihre eigenen Lösungsansätze zu entwerfen. Danach bekommen sie Zugang zu weiteren Lernressourcen, um ihre Lösungen mit früheren zu vergleichen (und die als Alternativen statt Vorlagen zu betrachten). Auf diese Weise sollen die Auszubildenden ihre Lernwege Schritt für Schritt mit neuen Impulsen gestalten. In diesem Zusammenhang kann die LTB als ‘Gießkanne’ betrachtet werden.

Aufgrund solcher Erfahrungen kann man Szenarien für weitere Anwendungen der LTB auch  jenseits der beruflichen Erstausbildung skizzieren. Im Laufe des Projekts wurden einige Themengebiete diskutiert, in denen ein ähnlicher facharbeitergerechter online Zugang zu Informationen von Interesse wäre. Schon zu Projektanfang wurde das übergreifende Themengebiet ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’ erwähnt (s. Artikel 5/2016). Ein anderes Themengebiet ist die facharbeitergerechte Anwendung von DIN Normen in der arbeitsbezogenen Aus-und Weiterbildung.

In beiden Fällen ist es möglich einen selektiven Zugang zu geordnete Referenzmaterialien über eine Lernplattform (Moodle o.a.) zu unterstützen. Mit Hilfe von LTB-Stacks konnten die Anwender mit Hilfe einer Moodle Applikation (oder ähnlichen) die Ressourcen in einem Problemzusammenhang setzen (LTB als Informationsquelle’). Ein weiterer Ansatz in der Aus- und Weiterbildung besteht darin, die Lernenden angefangen mit einfacheren Aufgaben (Level 1) und je nach deren Fortschritt zu anspruchsvolleren Ebenen (Level n) weiter zu führen (‘LTB als Giesskanne’).

Fall 2: Anwendung der LTB an einer Baustelle – Making it happen!

Der zweite Fall basiert auf Thomas Isselhards Präsentation über die Anwendung der LTB als Unterstützung für die Koordination von Bauprozessen. Mit zwei Videos haben wir dokumentiert, wie er mit Hilfe der LTB Kommunikationslücken zwischen den beteiligten Fachkräften und anderen schließen kann (Video 1) und wie er neue Anwender von den Vorteilen der LTB überzeugen kann (Video 2).

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Screenshot 5 und 6:  Bereitstellen aktualisierter Pläne und Dokumente mit Hilfe von LTB

Die Beispiele, die Thomas präsentiert sind Situationen, in denen die Funktionalität der LTB geeignet ist, Informations- und Kommunikationslücken zu überwinden (durch bereitstellen von Plänen und Dokumenten in Echtzeit). Thomas zeigte, wie die LTB als integratives Toolset leicht an die Wünsche und Bedarfslagen der Anwender anzupassen ist. Er erzählt, wie die Einführung mit neuen Anwendern (Fachkräfte) im selben Zusammenhang stattfinden kann, wenn man die Daten für Arbeitsaufgaben bereitstellt. Mit konkreten Beispielen zeigte er, wie die Handwerker oder Unternehmer Zeit dadurch sparen, wenn sie jederzeit aktuelle Pläne und Dokumente mittels LTB finden. Dazu zeigte er, wie man mittels LTB Photos als Fortschrittsberichte aus der Baustelle in Echtzeit und an alle Beteiligten senden kann.

Reflexionen

Als Forschungsteam haben wir diese Fälle und einzelne Ergebnisse bzw. Erfahrungen auch mit Gedanken an unsere Hintergrundtheorien interpretiert:

  • Im ersten Fall  – in der Anwendung der LTB durch die Bau-ABC Lehrwerkmeister – erkennen wir ein Fallbeispiel für eine schrittweise digitale Transformation (nicht Revolution) sowie für digitale Unterstützung des arbeitsorientierten und beruflichen Lernens. Hier wollen wir betonen, dass die Lehrwerkmeister ihre Auszubildenden  herausfordern, sich als selbstorganisierte Lerner zu entwickeln und ihre Lernprozesse eigenständig zu gestalten. Mit der Einführung der LTB haben sie diesbezüglich mehr Gestaltungsspielraum bekommen – und die Auszubildenden fühlten sich ermuntert, diese Spielräume zu nutzen. Auf dieser Weise hat die Einführung der LTB die Kultur des handlungsorientierten Lernens im Bau-ABC verstärkt.
  • Im zweiten Fall – in der Anwendung der LTB auf der Baustelle– sehen wir einen Spezialfall, der Prozesse des organisationalen und inter-organisationalen Lernens in einem lokalen Zusammenhang transparent macht. Hier betonen wir, dass das gelingen ‘organisationalen Lernens’ nicht direkt das Ergebnis guter Management-Fähigkeiten bzw. guter Beratung ist. Aus unserer Sicht ist der entscheidende Punkt, die gelungene Interaktivität und Wissensteilung in der Kooperation zwischen Bauleiter, Handwerker und anderen beteiligten Interessenten.

Aus der Perspektive unserer Praxispartner-Organisationen können wir sehen, dass die LTB so weit entwickelt ist, um deren Bemühungen zu unterstützen bzw. deren Bedarfslagen entgegenzukommen. In dieser Hinsicht haben sowohl die Bau-ABC Lehrwerkmeister als auch die in Verden ansässigen Netzwerke ihre Herangehensweisen gefunden, die verschiedenen Funktionen für die Anwendungsfälle – Berufsausbildung bzw. Koordination der Bauarbeit – anzupassen.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 7/2016

Artikel 6/2016: Learning Toolbox für transnationale Mobilität – Vorbereitung von LTB-Stacks mit spanischen Auszubildenden

Pekka Kämäräinen

Dieser Artikel bringt einen neuen Zusammenhang und eine neue Zielgruppe für Pilotaktivitäten mit der Learning Toolbox (LTB) ins Bild. Hier geht es um Unterstützung für spanische Auszubildende, die im Rahmen des transnationalen Mobilitätsprogramms Mobipro-EU nach Deutschland gekommen sind.

Über das Mobilitätsprogramm Mobipro-EU und seine Umsetzung im Bau-ABC

Das Programm Mobipro-EU ist eine Initiative des deutschen Arbeitsministeriums und wird von der Bundesagentur für Arbeit betreut. Das Ziel ist es, die Mobilität interessierter Jugendlicher aus anderen EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland zu fördern, um ihnen eine Berufsausbildung im dualen System zu ermöglichen. Zuerst werden die Teilnehmer in ihrem Heimatland beraten und ihnen ein Sprachkursus von drei Monaten Dauer angeboten. In Deutschland gibt es eine bundesweite Projektorganisation, die sich um die Platzierung der Auszubildenden in Betriebe und ihre Unterbringung kümmert. Insgesamt bietet das Programm die Gelegenheit, eine komplette Berufsausbildung in Deutschland zu absolvieren. Das Programm begann 2013 und das Bau-ABC wurde 2015 regionaler Träger für die Berufsausbildung im Bausektor.

Das Bau-ABC empfing die erste Gruppe spanischer Auszubildender (ursprünglich 15) im Sommer 2015. Einige Auszubildende wurden in Bremen und Umgebung platziert, während andere in der Nähe des Bau-ABC untergebracht wurden. Zur sprachlichen Vorbereitung hatten die Teilnehmer in Spanien die Intensivkurse und Sprachtest (auf der Ebene B1) absolviert. Als zusätzliches Angebot organisierte das Bau-ABC lokalen Sprachunterricht für Auszubildende in Bremen und Rostrup.

LTB als Unterstützung des Lernens und der sozialen Integration der Auszubildenden

Die Firmenvertreter und Bau-ABC-Lehrwerkmeister hatten von Anfang einen guten Eindruck von der Motivation und Lernfähigkeit der Auszubildenden. Deshalb will man weitere Auszubildende im Rahmen des Programms nach Deutschland bringen. 2016 empfingen Bau-ABC und die teilnehmenden Betriebe 50 neue Auszubildende.

In dieser Situation stellte sich Melanie Campbell (die auch die Projektkoordination für Mobipro-EU durchführt) die Frage, ob man die Learning Toolbox auch in diesem Programm anwenden könnte. Wir organisierten kurzfristig ein kleines LTB-workshop Anfang Juni 2016 in Bremen und präsentierten die  Learning Toolbox (LTB). Dann wurden die von Melanie gestalteten Prototypenstacks for Mobipro-EU studiert und diskutiert.

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Fragen und Anregungen der spanischen Auszubildenden

Die Teilnehmer brachten viele Fragen, Anregungen und Herausforderungen in die Diskussion ein. Im folgenden werden einige Erfahrungen, Problempunkte und Widersprüche benannt:

  • Der Umzug nach Deutschland: Zur Zeit finden die Auszubildenden, dass das dicke Informationshandbuch des spanischen Konsulats eine wichtige Unterstützung darstellt.
  • Weiterentwicklung der sprachlichen Kompetenzen: Die Auszubildenden hatten schon ihre Intensivkurse und (die meisten) auch ihre Sprachtests absolviert. Aber nach der Ankunft nach Deutschland waren sie erstaunt, wie wenig man ihren Sprachkenntnissen traute und wie wenig sie ermuntert wurden, Deutsch zu sprechen.
  • Anpassung an den Arbeitsalltag in den deutschen Baufirmen: Manche Auszubildende hatten schon eine schulbasierte Berufsbildung (mit Praktikum am Arbeitsplatz) absolviert. Trotzdem galt der Übergang in einen deutschen Ausbildungsvertrag als erheblicher kultureller Wandel.
  • Peer learning: Manche Probleme und Herausforderungen begegneten den Auszubildenden überraschend – ohne Vorinformation. Deshalb mussten sie ihre eigenen Lösungen finden. In dieser Hinsicht hat der Blogger Carlos ein nützliches Forum errichtet, um Fragen der anderen zu beantworten.
  • Anrechnung früher erworbener Kompetenzen: Einer der Mangelpunkte in der Umsetzung des Programms war bisher die Tatsache, dass man wenig Information über die früher erworbenen Kompetenzen der Teilnehmer hatte. Deshalb wurden einige Auszubildende in völlig neue Berufsfelder gesteuert, obwohl sie in einem Berufsfeld eine schulische Berufsbildung angefangen – oder sogar komplettiert – hatten.

Angesichts solcher Fragen und Anregungen kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass die Learning Toolbox eine bedeutsame Rolle für den Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen den Erfahrenen und Neuankömmlingen spielen könnte. Alle Teilnehmer des Workshops waren von dem Gedanken, die Learning Toolbox für solche Zwecke zu benutzen, sehr angeregt.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 6/2016

Artikel 5/2016 Neue Pilotfelder für die Anwendung der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC

Pekka Kämäräinen

Dieser Artikel berichtet über weitere Schritte in der Verbreitung der Anwendung der Learning Toolbox (LTB) in der Ausbildung im Bau-ABC. Jetzt sind die Lehrwerkmeister aktiv dabei, ihre Kollegen als neue Anwender in ihren jeweiligen Fachgebieten zu gewinnen (mit oder ohne Beteiligung der Begleitforscher aus dem Learning Layers Projekt). Im ersten Fall unten geht es um die Erweiterung des Pilotansatzes von einem Pioniergewerk zu den benachbarten. Im zweiten Fall geht es um die Übertragung des Ansatzes auf den übergreifenden Themenbereich ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’.

Neues Projekt für Brunnenbauerauszubildende im Bereich Rohrleitungsbau

Ursprünglich hatte der Verfasser dieses Artikels vor, mit dem Bau-ABC-Lehrwerkmeister Stefan Wiedenstried darüber zu diskutieren, wie seine Fachgebiete (Strassenbau und Rohrleitungsbau) in die Pilotaktivitäten mit der LTB integriert werden könnten. Plötzlich bemerkten wir, dass die Gruppe der Auszubildenden, mit denen er nächste Woche arbeiten sollte, schon Erfahrung mit der LTB hatte. Es ging um die Gruppe der Brunnenbauer-Azubis, mit denen der Lehrwerkmeister Lothar Schoka seine Pilotaktivitäten angefangen hatte.

Das gab Stefan die Idee, wie er mit dieser Gruppe anfangen könnte. Er studierte den LTB-Stack für das Brunnenbauer-Projekt studiert, mit dem die Auszubildenden schon gearbeitet hatten (s. Projektordner Schoka). Und im selben Stil baute er dann seinen eigenen Stack (Projektorder Wiedenstried) für das künftige Projekt.

Das Projekt  “Waagerechter Verbau” wird als LTB-Stack gestaltet

Das Titel des Projekts ist “1-03-04 Waagerechter Verbau nach Din4124, Einbau e”. Die Aufgabe ist es, den Grund für Wasserleitungen genau waagerecht nach der Norm DIN4124 zu bauen. Im Anschluss an eine Einführung erstellte Stefan eine ‘Kollektion’ Kachel mit der Projektbeschreibung und einigen Photos, die die Aufgabe illustrieren. Danach wurde das Funktionieren der Chat-Funktion zusammen mit Lothar Schoka getestet. Dieser verlinkte seinerseits diesen neuen Stack mit dem ursprünglichen Stack seiner Brunnenbauergruppe.

Nach diesen Vorbereitungen machte Stefan den neuen Stack auf der Facebookseite seines Gewerks “Tiefbau im Bau-ABC Rostrup bekannt:

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Learning Toolbox für den übergreifenden Themenbereich ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’

Der Verfasser hatte auch ähnliche Gespräche mit der Sicherheitsfachkraft des Bau-ABC, Lehrwerkmeister Thomas Weerts, um die Anwendung der LTB in diesem Lerngebiet zu testen. Jetzt hatten wir die Chance, das zu probieren. Zunächst dachten wir, dass es nicht ausschließlich um Sicherheitskenntnisse der Auszubildenden gehen würde. Die Inhalte sollten auch für die betrieblichen Ausbilder und Sicherheitsbeauftragten nützlich sein. Deshalb bekam der neue LTB-Stack den Titel ‘Arbeitssicherheit im Bausektor’.

Zuerst (nach der Einführung) erstellte Thomas eine Kollektion von Referenzmaterialien. Hier wurden webbasierte Dokumente der Berufsgenossenschaften über die LTB zugänglich gemacht. Diese Kollektion bietet einen Überblick über bestehende mobile Apps sowie Kompendien (die bisher als CD-ROMs in den Betrieben zugänglich waren).

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Danach erstellte Thomas eine weitere Kollektion, die Tools für die Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung stellt. Diese werden von individuellen Anwendern im Zusammenhang mit konkreten Arbeitsaufgaben genutzt. In der Erstausbildung ist eine solche Analyse Pflichtaufgabe und für diese Aufgabe bieten die jeweiligen Berufsgenossenschaften ihre Tools an.

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An diesem Punkt mussten wir aufhören, weil Thomas andere Verpflichtungen hatte. Aber es ist ihm gelungen, einen Prototypestack zu erstellen, m

it dem Referenzmaterialien und Onlinetools zur Verfügung gestellt werden. Er war bereit, die Arbeit fortzusetzen, um sich eingehender mit spezifischen Fragen und Herausforderungen zu beschäftigen. Hier könnte die parallel laufende Arbeit in den aktiven Pilotfeldern (z.B. das gemeinsame Projekt von Zimmerern und Maurern sowie die weitere Gestaltung der Stacks der Brunnenbauer) wichtige Impulse geben, wie sich das Thema ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ‘mit den neuen Medien den Auszubildenden vermitteln lässt.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 5/2016

Artikel 4/2016 Pilotaktivitäten mit anderen Learning Layers Tools im Bau-ABC – Learning Toolbox in guter Gesellschaft (2016)

Pekka Kämäräinen und Sanna Reponen

Dieser Artikel berichtet über einen Feldbesuch, während dessen die Learning Layers Partner zwei weitere Tools – die AchSo App (zur Videoannotation) sowie die SoAR App (zur Videokommunikation an Baustellen) eingeführt haben. Die Tools wurden von unseren Kolleginnen von der Aalto Universität (Finnland) präsentiert. Zusätzlich sammelten unsere Kollegen von der Universität Innsbruck (UIBK) Feedback über die Anwendung der LTB in den ersten Pilotgruppen, die die LTB seit März anwenden. Mitglieder des Projektteams von ITB und Pontydysgu begleiteten diese Aktivitäten und unterstützen die Sessions.

1. Bau-ABC Azubis arbeiten mit AchSo

Frühere Entwicklung von AchSo und Pilotaktivitäten in Finnland

Ursprünglich basiert das Videoannotationstool auf der Vorarbeit von Kollegen der RWTH Aachen – und von diesen stammt auch die Benennung ‘AchSo’, die den Lerneffekt bei der Anwendung des Tools illustrieren soll. Später entwickelte der finnische Partner Aalto Universität (kurz: Aalto) dieses Tool weiter. Das Aalto team führte Pilotaktivitäten mit dem AchSo-Tool mit finnischen Praxispartnern im Bausektor durch. In den finnischen Pilotaktivitäten waren die hauptsächlichen Anwender von AchSo Berufsschüler in der vollzeitschulischen Berufsbildung, die ein obligatorisches Betriebspraktikum absolvierten. Für diese Periode waren die Berufsschullehrer verantwortlich für die Bewertung ihrer Leistungen. Mit Hilfe annotierter Videos konnten die Praktikanten ihre Arbeit und Lerngewinne ordentlich dokumentieren.

Einführung von AchSo für Azubis und Lehrwerkmeister im Bau-ABC

Die Einführung von AchSo im Bau-ABC wurde mit einer Gruppe von Azubis, die innerhalb ihrer Ausbildung zum Brunnenbauer eine Woche Training in der Metalltechnik absolvierten. Zuerst präsentierte Sanna Reponen (Aalto) Hintergrundinformation über AchSo und seine Funktionen. In diesem Zusammenhang wurden auch Fragen zum Datenschutz, Privatsphäreneinstellungen und dem Teilen und von Videos erörtert. Anschließend installierten die Azubis AchSo auf ihre eigenen Geräte oder bekamen Leihgeräte vom Aaltoteam. Zum dritten stellten die Lehrwerkmeister die Projektaufgabe vor – Bearbeitung einer Metallplatte nach Maß, inklusive Feilen und Markierung der Bohrpunkte. Das Projekt gilt traditionell als Elementarübung, mit der die Azubis die angemessene Handhabung der Werkzeuge sowie die Berücksichtigung der Toleranzen erlernen.

Nach der Einführung begannen die Azubis mit der Projektarbeit und – sobald sie Fortschritte gemacht hatten – mit dem Drehen von Videos voneinander in verschiedenen Arbeitsphasen. Gleichzeitig drehte ein Lehrwerkmeister seine Videos über die Arbeit der Azubis. Am Ende des Tages wurden die Videos als eine Sammlung präsentiert und einige exemplarische Videos dann dargestellt.

Unmittelbare Feedback über die Anwendung von AchSo

Es schien, dass die Azubis es positiv fanden, Videos zu drehen – obwohl es um eine Zusatzaufgabe ging und auch Kooperation mit anderen erforderlich war. Normalerweise sind die Projektaufgaben typisch individuelle Aufgaben, die man allein erledigen sollte.

In der ansclhießenden Diskussion sagten die Azubis, dass sie einzelnen Arbeitsphasen mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatten, wenn sie entscheiden mussten, was sie mit Video(s) dokumentieren wollten. Einige Azubis hatten dabei nur ein Video gedreht, während andere versuchten alle wesentlichen Arbeitsphasen mit kurzen Videos zu dokumentieren. Der Lehrwerkmeister sagte, dass die Videos der Azubis ihm einen besseren Überblick über deren Arbeit gaben (statt einem Rundgang in der Werkhalle mit kurzer Begleitung der je individuellen Arbeit). Dazu betonten die Teilnehmer, dass es so eine Dokumentation der überbetrieblichen Ausbildung im Bau-ABC leichter macht,  die Berufsschulen und die Ausbildungsbetriebe auf dem Laufenden zu halten, was für Aufgaben sie im Bau-ABC durchgeführt haben, und welche Lernerfolge erzielt wurden.

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Screenshot 1 und 2: Auszubildenden in der Werkstatt der Metalltechnik präsentieren ihre AchSo-Videos an Lehrewerkmeister

Insgesamt bekamen wir den Eindruck, dass die Einführung von AchSo im Bau-ABC gut gelungen ist. Das wurde noch deutlicher bestätigt, als AchSo am nächsten Tag einer  anderen Gruppe von Azubis präsentiert wurde. Das erste Video eines Azubis wurde schon gedreht und hochgeladen, als Sanna Reponen mit ihrer einführenden Präsentation gerade zum Ende kam.

2. Einführung von Augmented Reality für Baugeräteführer

Die Idee der Social Augmented Reality (SoAR)

Das zweite Tool – die Social Augmented Reality (SoAR) – wurde ebenfalls vom Aalto Team entwickelt, um Videokommunikation in Arbeitsumgebungen (z.B. an Baustellen) zu unterstützen. Die Tool SoAR benutzt mehrere Funktionalitäten der Smartphones: Audio, Video und Tagging (durch Zeichnungen). Während Anrufen mit SoAR können die Gesprächsteilnehmer einander sehen und kommunizieren (so wie mit Skype), sie können die Bildschirme miteinander austauschen und so den des jeweils anderen sehen und sie können Videos mit Zeichnungen markieren. Dazu können sie die Aufnahmen anuf ihren Geräten speichern.

Die Einführung des SoAR Tools im Bau-ABC

Am dritten Tag des Arbeitsbesuchs wurde SoAR einer Gruppe (Baugeräteführer) präsentiert, die schon mit AchSo am Vortag gearbeitet hatten. Sanna Reponen demonstrierte zuerst die Funktionalität  des Tools auf dem Übungsgelände. Anschließend begann unmittelbar die Anwendung. Normalerweise üben die Baugeräteführer die Bedienung der Bagger in Gruppen und teilen die Rollen turnusmäßig – deshalb können einige lediglich zuschauen, wenn die anderen im Einsatz sind. Dazu gehört, dass der Lehrwerkmeister nicht dauernd präsent ist. Die Azubis müssen selbstorganisiertes Lernen praktizieren, während der Lehrwerkmeister gleichzeitig auch andere Aufgaben hat. Jetzt hatte der Lehrwerkmeister ein Smartphone mit SoAR und einer der Azubis ein zweites. Auf dieser Weise konnte der Lehrwerkmeister zwischen verschiedenen Übungsgeländen und seinem Büro rotieren, und trotzdem in Echtzeit ansprechbar sein.

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Screenshot 3 und 4: Baugeräteführer anwenden AchSo und SOAR im Bau-ABC

Schon während eines der ersten Testanrufe ergab sich ein Problemfall, als einer der Zylinder des Baggers sehr viel Lärm machte – und der Lehrwerkmeister gerade anderswo im Einsatz war. Dank des SoAR-Tools konnten die Azubis ihm die Situation mit Livevideobild und O-Ton beschreiben. Dadurch konnte er das Problem identifizieren und weitere Instruktionen geben. Nach diesem echten Problemfall (und den notwendigen Reparaturmaßnahmen) machten weitere Azubis ebenfalls Testanrufe und der Lehrwerkmeister antwortete aus verschiedenen Arbeitsstationen und Übungsgeländen. Insgesamt hat die Kommunikation gut funktioniert, obwohl die Hintergrundgeräusche der Baugeräte als Störfaktor empfunden wurden.

Am Ende des Tages hatten wir eine Wrap-up Sitzung mit Feedback der Azubis. Diese gaben sehr positives Feedback über die Anwendung von SoAR und waren auch interessiert, mehr über die Tools (AchSo und SoAR) zu lernen. Auf ähnliche Weise hatte der Lehrwerkmeister eine sehr positive Erfahrung mit dieser pilothaften Anwendung von SoAR gemacht. Insgesamt – nach den drei Testtagen – kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass AchSo und SoAR sehr gute Ergänzungen zum integrativen Toolset Learning Toolbox anbieten.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 4/2016

Artikel 3/2016 Pilotaktivitäten mit der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC (2016)

Pekka Kämäräinen

Dieser Artikel gibt zuerst Einblicke in die Vorbereitung der Pilotaktivitäten mit den Lehrwerkmeistern im Bau-ABC. Dann folgt ein Kurzbericht über die Kick-off Veranstaltung und über einen Arbeitsbesuch der LL-Partner kurze Zeit später. Insbesondere fokussiert der Artikel auf die Art und Weise, wie die Lehrwerkmeister ihre eigenen Herangehensweisen mit der LTB.-Anwendung entwickelten.

1. Vorbereitung mit Lehrwerkmeistern: Drei exemplarische Anwendungsfälle

In den vorbereitenden Gesprächen schlugen verschiedene Bau-ABC Lehrwerkmeister drei exemplarische  Anwendungsfälle für die Einführung der LTB in ihre Berufe bzw. Themengebiete vor. Im ersten Fall geht es um ein Projekt der Brunnenbauer. Im zweiten Fall geht es um den fachübergreifenden Lernbereich ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’. Im dritten Fall geht es um ein gemeinsames Projekt der Zimmerer und Maurer.

Im Pilot mit Brunnenbauern wird die LTB zunächst als Instrument für die Verbreitung von Zusatzmaterialien und Lernhilfen genutzt. Lehrwerkmeister Lothar Schoka hat angefangen LTB-Stacks zu entwickeln, die Zugang zu themenrelevanten Richtlinien und Instruktionen (z.B. Auszüge von DIN-Normen) anbieten. Dazu wurde die Möglichkeit diskutiert, digitale Arbeitsmappen für Auszubildende über die LTB anzubieten (z.B. Checklisten für Werkzeuge und Baumaterialien).

Betreffend den Themenbereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, gab Lehrwerkmeister Thomas Weerts zuerst einen Überblick über verschiedene Materialien. Die Berufsgenossenschaft Bau hat ein Baukastensystem von Referenzmaterialien produziert. Darüber hinaus gibt es auch zielgruppenorientierte Materialien für junge Bauarbeiter. Für Ausbilder und Lehrwerkmeister gibt es ein Kompendium (KomPass). Diese Materialien stehen im Internet zur Verfügung und die LTB könnte Zugang zu ihnen geben.

Für die Projekte in der überbetrieblichen Ausbildung müssen die Auszubildenden regelmässig ein Formular ausfüllen, um die in den jeweiligen Aufgaben möglichen Gesundheitsrisiken zu erkennen (Gefährdungsbeurteilung). In diesem Zusammenhang kann die Anwendung von LTB folgendes anbieten:

  • Einfacher Zugang zu umfassenderen Internet Dokumenten (die später gelesen werden können).
  • Unmittelbarer Zugang zu themenrelevanten Kurzinformationen (Checklisten, Auszüge aus Informationsblättern, Modelllösungen mit Feedback)
  • Zugang zu themenbezogenen Quiz Tools (Einfaches Quiz oder spezifische Varianten zur Fehlerentdeckung).

Das gemeinsame Projekt von Zimmerern und Maurern bezieht sich auf traditionelle Bautechniken, die eine Zusammenarbeit von Zimmerern und Maurern voraussetzen (Holzrahmenbau für Fachwerkhäuser). Die Auszubildenden werden im Rahmen des Kooperationsprojektes diese Techniken ausüben und die Arbeit beider Berufsgruppen miteinander verzahnen. Die Lehrwerkmeister, die diese Arbeit betreuen, Markus Pape und Kevin Kuck, sehen die Vorteile der Anwendung der LTB in folgender Weise:

  • Das Gefüge von LTB-Stacks bietet einen Überblick über das Projekt (insgesamt) und über die relevanten Standards.
  • Berufsbezogene LTB-Stacks bieten die Möglichkeit, die Einarbeitung der beiden Gruppen (Zimmerer und Maurer) in die Aufgaben der benachbarten Berufen zu organisieren und zu betreuen.
  • Projektbezogene LTB-Stacks bieten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit der beiden Gewerke zu koordinieren.

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Screenshot 1 und 2: Gestaltung von LTB-Stacks für einem gemeinsamen Projekt der Zimmerer und Maurer

2. Einblicke in die Kick-off Veranstaltung und Feedback unmittelbar danach

Am 14. März organisierte das Bau-ABC eine Kick-off Veranstaltung als Auftakt für die Pilotaktivitäten  mit der LTB in zwei Berufsgruppen – Zimmerer und Brunnenbauer. In diesem Zusammenhang waren mehrere Projektpartner beteiligt, um diesen Anfang zu unterstützen. Kurz danach war eine kleine Gruppe aus ITB und Pontydysgu zu Besuch im Bau-ABC, um Feedback zu sammeln und weitere Schritte in den Pilotaktivitäten anzubahnen. Der Teilabschnitt gibt zunächst Einblicke in die Einführung der LTB in die Gruppe der Zimmerer während der Kick-off Veranstaltung. Der zweite Teilabschnitt berichtet über die Diskussionen von Besuchern aus Bremen mit Lehrwerkmeistern kurz nach der Auftaktveranstaltung.

Auftakt der LTB-Pilotaktivitäten mit den Zimmerern

In der Gruppe der Zimmerer gaben die  LL-Partner zuerst einen kurzen Überblick über das Projekt und präsentierten dann die Funktionalität der LTB als integrativem Toolset. Anschließend installierten die Auszubildenden die LTB auf ihren Smartphones. Danach präsentierte Lehrwerkmeister Fiddi Bruns kurz die Projektaufgabe für die nächste Ausbildungsperiode im Bau-ABC. Nach dieser inhaltlichen Einführung präsentierte Lehrwerkmeister Markus Pape die LTB-Stacks, mit deren Hilfe die Auszubildenden ihre Projektarbeit unterstützen können (und welche Art Funktionen zur Verfügung gestellt werden). Nach diesen Instruktionen organisierten die LL-Partner eine kurze Gruppendiskussion mit den Auszubildenden, um deren erste Eindrücke zu sammeln. In dieser Diskussion gaben die Auszubildenden sofort positive Rückmeldung über das neue Toolset und erwähnten gleich einige Vorteile, auf welche Weise die LTB ihr Lernen in der Berufsausbildung unterstützen könnte.

Perspektiven für die Verbreitung der Pilotaktivitäten aufgrund der ersten Erfahrungen

Oben wurde bereits erwähnt, dass die Zimmerer und Maurer ihre Pilotaktivitäten mit einem gemeinsamen Projekt begonnen haben. Eine ähnliche Gelegenheit zur Kooperation zwischen zwei Berufsgruppen wurde für die Pilotgruppe der Brunnenbauer entdeckt. In ihrer nächsten Ausbildungsphase im Bau-ABC wird diese Gruppe im Bereich der Maschinen- und Metalltechnik ausgebildet. Lehrwerkmeister Lothar Schoka hat angeboten, seine LTB-Stacks den Kollegen im Nachbarbereich zu präsentieren und sie in der Anwendung der LTB zu unterstützen. Eine weitere Möglichkeit für Kooperation und Transfer von Erfahrungen wurde zwischen den Lehrwerkmeistern in Strassenbau und Rohrleitungsbau entdeckt.

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Screenshot 3 und 4: Gestaltung von LTB-Stacks für Pilogruppe, die zwischen benachbarten Gewerken rotiert

Insgesamt konnten die LL-Partner sehen, dass die Pilotaktivitäten mit der LTB über solche natürliche Nachbarschaftsbeziehungen verbreitet werden können. Nichtsdestotrotz, konnten die Besucher auch mehrere Hürden und Herausforderungen bemerken, die weitere Massnahmen von Bau-ABC und vom LTB-Entwicklern benötigen. Zusätzlich konnten die Besucher auch sehen, dass es möglich ist, eine neue Phase von ‘Themenraum’-Trainings einzuführen mit einem Hauptthema der Anwendung der LTB.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 3/2016

Artikel 2/2016 Peer Learning und Anwendung digitaler Medien in “Themenraum”-Workshops (2015)

Pekka Kämäräinen

Der erste Artikel in dieser Reihe gibt einen Überblick über Vorbereitung und Beginn der Trainingskampagne mit Themenraum-Workshops in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC im November 2015. Der zweite Artikel präsentiert Einblicke in Prozesse von Peer Learning sowie Fallbeispiele zur Anwendung digitaler Medien in den einzelnen Workshops.

Unten wird in zwei Hauptabschnitten über die Aktivitäten und Lernerfahrungen mit den zwei Themen (“Soziale Medien als Unterstützung für berufliches Lernen” und “Herstellung digitaler Lernmaterialien”) berichtet. Hier wird nicht versucht, alle parallelen Gruppen in einem umfassenden Bericht zusammenzufassen. Stattdessen widerspiegeln die Bemerkungen und Einschätzungen eher die Entwicklungen in der Gruppe, wo der Autor als Ko-Tutor tätig war. Dazu gibt es einige ergänzende Bemerkungen über die Gruppendynamik in den anderen Gruppen (aufgrund Erfahrungsaustausch zwischen den Tutoren).

1. Die Rolle der Sozialen Medien als Unterstützung für berufliches Lernen

In den meisten Lerngruppen waren die Tutoren des Bau-ABCs schon aktiv bei Facebook, weil sie Facebook-Gruppen des Bau-ABCs für ihr jeweiliges Gewerk gegründet hatten. Und in diesen Gruppen waren die Auszubildenden aktiv beteiligt – als Leser und mit Beiträgen. Trotzdem waren nicht alle Teilnehmer begeistert über Facebook. Jedoch konnten alle Teilnehmer konnten akzeptieren, dass die existierenden Facebook-Gruppen des Bau-ABCs eine positive Rolle in der beruflichen Identitätsbildung der Auszubildenden und in der Öffentlichkeitsarbeit des Bau-ABC gespielt hatten. Deshalb galten die ersten Übungen mit Facebook als natürliche ‘Vorspeisen’ für dieses Thema – um dann mit anderen Medien, Plattformen und sozialen Netzwerken weiter zu üben.

Einstieg mit Facebook – und die Bedeutung der “Hands-on” Übungen

Am Anfang eröffneten die Teilnehmer für sich Konten bei Facebook und informierten sich über die Einstellungen. Hier konzentrierten sich einige Lerngruppen auf die Einstellungen zur Privatsphäre fokussiert, während sich andere Gruppen stärker mit dem Teilen von Inhalten zwischen Einzelnen bzw. Gruppen beschäftigten. Insgesamt waren diese Übungen nützlich, um die Kluft zwischen Anwendern und Nicht-Anwendern zu überwinden.

Überblick über weitere soziale Medien, Plattformen und Netzwerke

Nach dem Einstieg präsentierte das Training eine breitere Palette von sozialen Medien, Plattformen und Netzwerken, um deren Potenzial zur Unterstützung der Berufsausbildung zu diskutieren. In dieser Phase hatten die Gruppen kurze Demonstrationen und ein Brainstorming über Nutzen und Nachteile verschiedener Medien. Auf diese Weise wurde die Anwendung von Twitter, Blogs, YouTube und einigen anderen Medien kurz thematisiert. Am Ende dieser Phase wurden die Teilnehmer eingeladen, ihre eigenen Prioritäten für die Anwendung sozialer Medien auszudrücken. Insbesondere klärten sie, welche Prioritäten sich auf welche Zwecke und welche Zielgruppen bezogen.

2. Herstellung digitaler Lernmaterialien für berufliche Bildung

Mit diesem Themenbereich hatten die parallelen Lerngruppen einigermassen unterschiedliche Herangehensweisen. Die Gruppen, die mit diesem Theme angefangen hatten, fokussierten sich auf die Vorbereitung von exemplarischen digitalen Lerninhalten. Damit haben diese Gruppen die Produktions- und Redaktionsprozessen betont. Die Gruppen, die mit dem Thema ‘Soziale Medien’ angefangen hatten, richteten mehr Aufmerksamkeit auf die Arbeit mit Blogs (und in diesem Zusammenhang spezifische Tools und Apps). Auf diese Weise wurden Blogs als potenzielle Keimzellen für umfassendere digitale Lernumgebungen präsentiert.

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Screenshot 1 und 2: Einstieg in die Video-Produktion in einer Themenraum-Workshop

Arbeit mit Videos und spezifische GoConqr Tools

Die zwei Gruppen, die mit dem Thema “Digitale Lernmaterialien” angefangen hatten, beschäftigten sich auch mit Produktion und Redaktion von Kurzvideos. Zusätzlich führten diese Gruppen einige domänenspezifische Übungen für Auszubildende mit GoConqr Quiz Tools durch. Diese Gruppen nutzten die Brainstorming Phasen dazu, die Anwendbarkeit der Videos und GoConqr Tools in der Berufsausbildung zu diskutieren. In der Fortsetzung zum Thema ‘Soziale Medien’ diskutierten diese Gruppen die Rolle der Blogs als Instrumente, um solche Übungen den Auszubildenden zu präsentieren.

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Screenshot 3 und 4: Einblicke in Blogs und GoConqr-Quizzes von Bau-ABC Lehrwerkmeister

Arbeit mit Blogs

Die Gruppen, die in diesem Thema hauptsächlich die Arbeit mit Blogs betonten, hatten jeweils leicht unterschiedliche Akzente. In einer Gruppe wurden die Teilnehmer beauftragt, ganz neue Blogs zu beginnen und die Anwendung (mit Posts und Kommentaren) zu üben. Hier arbeiteten die Teilnehmer sich in die Prozesse, Techniken und redaktionellen Optionen ein.

In der anderen Gruppe wurden die schon existierenden Blogs der Bau-ABC Lehrwerkmeister (insbesondere das Zimmererblog und das Brunnenbauerblog) als Ausgangspunkt genommen. Mit Übungen mit und Diskussionen über die vorhandenen Blogs machten sich die Teilnehmer Gedanken dazu, ob sich diese Blogs als Vorlagen für ähnliche Blogs in den anderen Gewerken nutzen lassen. In der nächsten Phase wurden genauere Fragen zur optimalen Anwendung von Blogs gestellt. Die Diskussionen in dieser Phase wurden gemeinsam mit Hilfe eines GoConqr Mindmaps zusammengefasst. In dem Mindmap wurden Argumente für die Einführung unterschiedlicher Inhalte mit Hilfe von Blogs und für deren Teilen (als öffentlich zugängliche) oder deren Beibehaltung als private Inhalte.

Die Arbeit in den beiden Gruppen brachte die Teilnehmer mit Erfahrung mit Blogs näher an diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit Blogs gehabt hatten. Darüber hinaus hatte die Diskussion in der zweiten Gruppe konkrete Vorschläge gebracht, wie bestimmte grundlegende Inhalte als ‘integrated Packages’, als Bausteine für solche Blogs entworfen werden konnten. Diese ‘Packages’ konnten Links zu anderen Dokumenten, Photos, Zeichnungen und Videos, Quiztests sowie Links auf externe Materialien miteinander verknüpfen. In dieser Hinsicht hat diese Diskussion schon ansatzweise den Weg für die Einführung der Learning Toolbox vorbereitet.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 2/2016

Artikel 1/2016 Überblick über das Learning Layers Training mit “Themenräumen” im Bau-ABC (in 2015)

Pekka Kämäräinen

Ein Höhepunkt in den Learning Layers (LL) Projektaktivitäten im Bausektor im Jahre 2015 war die Trainingskampagne mit “Themenräumen” in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC. Ursprünglich wurde der Ansatz von den Lehrwerkmeistern des Bau-ABC initiiert. Nach den früheren pilothaften Multimediatrainingsworkshops wollte man ein flexibles Trainingsmodell entwickeln, das regelmäßige Workshops mit selbstorganisiertem Lernen, Peer Tutoring und Onlineunterstützung verbindet. Das alles wurde mit dem Konzept “Themenräume” zusammengefasst.

1. Der “Themenraum”-Ansatz nimmt Gestalt an und wird umgesetzt

Der Grundgedanke des Themenraumansatzes war, zuerst einige Hauptthemen zu setzen, die mit parallelen bzw. sukzessiven Workshops bearbeitet werden. Die Kontinuität des Lernens zwischen den Workshops wird mit Hilfe von Online-Lernräumen und Peer Tutors unterstützt. Die Teilnehmer können dann ihre Wege durch die Themenräume in einer abgestimmten Zeitspanne durchlaufen. (Hier sollte man die recht unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Teilnehmer berücksichtigen und demgemäß das Lerntempo anpassen). Insbesondere mit Peer Tutoring und Online-Lernräumen werden die Teilnehmer unterstützt, den Weg durch die Lernaufgaben der Themenräume zu absolvieren.

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Screenshot 1 und 2: Rollenverteilung in den Themenräumen und Überblick über Lernmaterialien

In der gemeinsamen Vorbereitungsphase wurden zuerst die folgenden Themen für die aktuelle Trainingskampagne zur Diskussion gestellt:

  1. Anwendung sozialer Medien als Unterstützung fürs berufliche Lernen,
  2. Herstellung digitaler Lernmaterialien,
  3. Urheberrecht, Lizenzen und Austausch und Teilen von Information im Internet,
  4. Anwendung der Learning Toolbox (LTB) als integrativem Toolset.

In der genaueren Planung haben wir entschieden, mit weniger Themen anzufangen und je zwei Workshops für die zwei ausgewählten Hauptthemen anzubieten. Demgemäß wurde zuerst mit den Themen ‘Soziale Medien’ und ‘Digitale Lernmaterialien’ angefangen. Das Thema ‘Urheberrecht’ wurde als Querschnittsthema eingeplant und mit kurzen ‘Gastvorträgen’ des verantwortlichen Tutors (Dirk Stieglitz) abgedeckt, der die parallelen Gruppen im Laufe der Trainingskampagne besuchte. Dazu haben wir entschieden, das Thema ‘Learning Toolbox’ in eine spätere Phase des Trainings mit Themenräumen zu verschieben.

Nach diesen inhaltlichen Vorbereitungen waren wir bereit, die Trainingskampagne für das ganze Aus- und Weiterbildungspersonal des Bau-ABC in Rostrup (und dessen Pendant ABZ in Mellendorf) anzufangen.  Für jede Teilnehmergruppe (insgesamt 5) hatten wir einen Peer Tutor aus dem Bau-ABC (Lothar Schoka, Kevin Kuck, Markus Pape, Stefan Wiedenstried, Melanie Campbell) und einen Ko-tutor aus dem ITB (Pekka Kämäräinen, Joanna Burchert, Lars Heinemann, Werner Müller, Ludger Deitmer). Zusätzlich war Dirk Stieglitz als Gasttutor für seinem Themenbereich tätig und Jaanika Hirv (Tallinn Universität) unterstützte die Koordination und Durchführung der Trainingskampagne am Ort.

2. Zwischenbilanz nach dem ersten Zyklus der Themenraumworkshops

Genauere Einblicke in die thematische Workshops und die Lernerfahrungen werden in Artikel 2 gegeben (s. Peer learning and use of digital media in Theme Room workshops). Deshalb wird unten über die gemeinsame Zwischenbilanzierung im Bau-ABC nach dem ersten Zyklus mit vier Workshops berichtet. Hier einige Bemerkungen aus der Diskussion:

a) Bemerkungen der Teilnehmer über deren Lernerfahrungen

Die Lehrwerkmeister des Bau-ABC gaben Rückmeldungen über ihre Lernerfahrungen mit sozialn Medien und digitalen Lerninhalten. Insbesondere gaben solche Teilnehmer positives Feedback, die sich selbst eher als Anfänger betrachtet hatten. Auch das Lernklima in den Gruppen wurde positiv bewertet. Dazu betonte Direktor Emken (als Teilnehmer in einer Gruppe), dass die Workshops allen die Chance gegeben hatten, als Peer Learner mitzumachen. Dazu war es seiner Meinung nach wichtig, dass es keinen Druck gab, von den Teilnehmern mehr zu erwarten und  zu fordern als das, wozu sie bereit waren.

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Screenshot 3 und 4: Berichterstattung der Gruppen über ihre Lernerfahrungen mit Hilfe von GoConqr Mindmaps

b) Feedback über praktische Arrangements

Betreffend die praktischen Arrangements gab es mehrere Bemerkungen. Der Zeitpunkt für die Workshops (am Freitag Nachmittag) wurde als nicht ganz ideal für das Erwerben neuer Fähigkeiten betrachtet. Jedoch konnten wir konstatieren, dass es den Gruppen gelungen ist, die anfängliche Ermüdung zu überwinden und inspiriert zu werden. Die Teilnehmer fanden auch das Arrangement nützlich, ein Schwerpunktthema mit zwei sukzessiven Workshops zu bearbeiten und möglichst nahtlos in das folgende Thema einzusteigen. Die Teilnehmer begrüßten auch, dass dasselbe Tutorenpaar die Gruppe in allen Workshops betreute.

c) Organisationale Fragen

Direktor Emken betonte hier, dass das Bau-ABC sich in der Zukunft als Wegweiser in der Anwendung digitaler Medien und Web Tools im Training positionieren müsse. In dieser Hinsicht ist seiner Meinung nach das Bau-ABC zunächst als Lerner unterwegs. Man macht Fortschritte, aber noch ist man auf dem Wege. Und hier soll das Bau-ABC auch seine Partner vom Bausektor auf dem Laufenden halten. Aus dieser Perspektive war es ihm und den Teilnehmern klar, dass das Bau-ABC mit dem Themenraumansatz weiter arbeiten muss und bestmögliche Lernergebnisse aus den Workshops holen soll.

Insgesamt waren die Bemerkungen positiv und die Teilnehmer bestätigten ihre Bereitschaft, mit dieser Art Training weiterzumachen. Für die unterstützenden Learning Layers-Partner war die Diskussion ein klares Signal, den Ansatz mit dem Bau-ABC weiterzuentwickeln. Das Themenraumtraining ist im Bau-ABC angekommen. Auf dieser Grundlage lassen sich weitere Maßnahmen in der Projektarbeit aufbauen.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 3, 1/2016

Learning Toolbox Chronik (Deutsche Version), Jahrgang 2, 2015 – Überblick

Sammlung von Artikeln über Pilotaktivitäten des 3. Jahres des Learning Layers Projekts

Pekka Kämäräinen

Im Jahr 2015 erlebten die Learning Layers-Partner im Bausektor einige Höhepunkte und erreichten einige Meilensteine. Diese werden in den folgenden Artikeln und Berichten dargestellt.

Artikel 1/2015 Die Lernende Ausstellung “nachhaltig.bauen.erleben” wurde in Verden eröffnet (25.4.2015)

Im April 2015 hatte der Praxispartner Agentur einen besonderen Höhepunkt, als das Eröffnungsfest der gemeinsamen Ausstellungs- und Bürogebäude der Organisationen für nachhaltiges Bauen (Agentur, NNB und NZNB) stattfand. In diesem Zusammenhang wurde auch die vom Learning Layers-Projekt unterstützte Ausstellungnachhaltig. bauen. erlebeneröffnet.

Artikel 2/2015 Weiterbildungstag über Learning Layers Tools im Bau-ABC Rostrup (11.5.2015)

Im Mai 2015 veranstaltete der Praxispartner Bau-ABC Rostrup seine jährlichen Weiterbildungstage für ihr Aus- und Weiterbildungspersonal. In diesem Zusammenhang wurde ein Team aus ITB und Pontydysgu eingeladen, um Workshops zu organisieren. Diese Workshops hatten als Thema die Anwendung der Learning Layers Tools, insbesondere der Learning Toolbox. Die Teilnehmer waren Lehrwerkmeister und Weiterbildungskoordinatoren des Bau-ABCs.

Artikel 3/2015 Das Learning Layers Projekt trifft Finnische Ansprechpartner für die Entwicklung der Lehrlingausbildung (Espoo 4.6.2015)

Im Juni 2015 organisierten ITB und Aalto ein Meeting mit finnischen Ansprechpartnern, die die Lehrlingausbildung in Finnland fördern. Dieses Meeting hatte einen Informationsaustausch über die Learning Layers Pilotaktivitäten im Bausektor (in Finnland und Deutschland) und aktuellen finnischen Vorhaben zur Entwicklung der Lehrlingsausbildung zum Thema.

Artikel 4/2015 Learning Layers präsentiert Learning Toolbox Beta Version: Werkstattsgespräche in Bau-ABC und Workshop in der Internationalen Berufsbildungskonferenz (Rostrup/Bremen 2.9.-3.9.2015)

Im September 2015 veröffentlichte das Entwicklerteam der Learning Toolbox die öffentliche Betaversion. Dieses Ereignis wurde zuerst mit Werkstattgesprächen und Tests im Bau-ABC (unter Beteiligung von ITB und Pontydysgu) angekündigt. Unmittelbar danach wurde ein Workshop innerhalb der Internationalen Bremer Berufsbildungskonferenz durchgeführt

 

 

Artikel 4/2015 Learning Layers präsentiert Learning Toolbox Beta Version: Werkstattsgespräche in Bau-ABC und Workshop in der Internationalen Berufsbildungskonferenz (Rostrup/Bremen 2.9.-3.9.2015)

Pekka Kämäräinen

Anfang September 2015 hat ITB eine internationale Berufsbildungskonferenz in Bremen veranstaltet. Die Learning Layers Teams von ITB und Pontydysgu haben in der Konferenz ein Workshop organisiert, um das Learning Layers project zu präsentieren. Insbesondere war die Absicht, das ‘mobile Werkzeugkasten’ Learning Toolbox und anschließende Trainingskonzepte zur Diskussion zu bringen sowie eine Gelegenheit für’Hands-on-testing’ von Learning Toolbox anzubieten. Das Entwicklerteam von Learning Toolbox hatte gerade im Vorfeld der Konferenz eine Beta Version Veröffentlicht. In diesem Zusammanhang besuchten ITB, Pontydysgu und RayCom (von Entwicklerteam) zuerst Bau-ABC Rostrup, um Feedback mit Werkstattgespräche und Testing am Ort zu kriegen.

In Bau-ABC haben die Entwickler die Funktionalität der Beta Version von Learning Toolbox demonstriert und dann praktische Anwendungsmöglichkeiten in drei Gewerke (Zimmerer, Brunnenbauer, Rohrleitungsbauer) identifiziert. Die Lehrwerkmeister von Bau-ABC haben exemplarische Lern-und Arbeitsaufgaben identifiziert, die man mit Hilfe von Learning Toolbox besser durchführen kann. In diesem Zusammenhang konnte man mit Hilfe von Stacks (Stapeln), Tiles (Kacheln) und vernetzte Web-Services (z.B. Slideshare) den Anwender Zugriff zu relevanten Lerninhalte sowie Bedienungsanleitungen der Baugeräte ermöglichen.

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In der Konferenz haben die ITB Mitarbeiter zuerst einen Überblick über Learning Layers Projekt und über das Entwicklungsprozess des Learning Toolbox gegeben. Danach hat RayCom eine Online Demonstration über Learning Toolbox Beta präsentiert – mit Bezug auf die Beispiele und Lösungsansätze, die man mit den Lehrwerkmeistern gerade entdeckt und entwickelt hatte.

Nach den Präsentationen wurde das Publikum in zwei Arbeitsgruppen geteilt. In einer Gruppe haben die Teilnehmer mit der Testing von Learning Toolbox fortgesetzt. In der zweiten Gruppe haben die Teilnehmer zwei Trainingskonzepte diskutiert, die nach der Online-Demonstration von ITB un Pontydysgu präsentiert wurden (‘Themenräume’ und Offene Online-Kursen).

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Nach dem Besuch in Bau-ABC haben ITB, Pontydysgu und RayCom echte Anwendungsfälle zur Diskussion gestellt. Aufgrund der Hintergrundanalysen, Online-Demonstration und Darstellungen der Trainingskonzepte könnten die Teilnehmer echte Feedback über Learning Toolbox und über die Entwicklung der Trainingskonzepte geben.

Learning Toolbox (LTB) Chronik, Jahrgang 2, 4/2015