Learning Layers Pilotaktivitäten im Bausektor in 2015-2016: Neue Perspektiven für die weitere Arbeit

von Pekka Kämäräinen

Im November 2015 begann das letzte Jahr des Learning Layers (LL) Projekts mit EU-Förderung aus dem FP7. Gerade zu diesem Zeitpunkt war das LL Team im Bausektor intensiv beschäftigt, eine umfassende Schulung in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC (zentraler Praxispartner des Projekts im Bausektor) durchzuführen. Diese Schulung über digitale Medien (als Unterstützung für berufliches Lernen)  wurde für das gesamte Bildungspersonal des Bau-ABC (und dessen Pendant ABZ) angeboten. Das Programm basierte auf dem gemeinsam entwickelten “Themenraum”-Ansatz und wurde von den LL Partnern aus ITB und Pontydysgu unterstützt.

Am Anfang des Jahres 2016 wurden diese Bemühungen fortgesetzt mit Pilotaktivitäten, um das integrative Toolset “Learning Toolbox (LTB)” in einigen Ausbildungsprojekten der Lehrwerkmeister des Bau-ABC einzuführen. Diese Phase der Pilotaktivitäten wurde mit vorbereitenden Meetings, einer gemeinsamer Kick-off Veranstaltung und mit Monitoringbesuchen kurz danach unterstützt. Im Laufe der Pilotaktivitäten werden auch weitere Berufsgruppen und andere Organisationen mitbeteiligt.

Bisher sind diese Aktivitäten und Veranstaltungen durch einzelne blog posts auf dieser Webseite berichtet worden. Um die Bedeutung dieser Teilschritte für die weitere Arbeit mit den Pilotansätzen im Bausektor nähre zu beleuchten, werden wir einige umfassendere Zwischenberichte sukzessiv veröffentlichen. Zurzeit haben wir folgende Artikeln  veröffentlicht:

Artikel 1: Überblick über die Learning Layers Trainingskampagne mit “Themenräumen” im Bau-ABC (in 2015)

(von Pekka Kämäräinen) – Der Artikel berichtet über die Gestaltung des Themenraumansatzes und dessen Umsetzung sowie über die gemeinsame Reflexion nach den ersten Themenraumworkshops (November – Dezember 2015).

Artikel 2: Peer Learning und Anwendung von digitalen Medien in “Themenraum” Workshops (2015)

(von Pekka Kämäräinen) – Dieser Artikel bietet Einblicke in Prozesse des Peer Learning in Themenraumworkshops mit Fokus auf die Themen ‘Umgang mit sozialen Medien’ und ‘Erstellung digitaler Lernmaterialien’.

Artikel 3: Pilotaktivitäten mit der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC (2016)

(von Pekka Kämäräinen) – Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Vorbereitung, Auftaktveranstaltung und das Monitoring des aktuellen Pilots mit der Learning Toolbox im Bau-ABC (ab Mitte März 2016).

Artikel 4: Pilotaktivitäten mit anderen Learning Layers Tools im Bau-ABC – Learning Toolbox in guter Gesellschaft (2016)

(von Pekka Kämäräinen) – Dieser Artikel berichtet über einen Feldbesuch, während dessen die Learning Layers Partner zwei weitere Tools – die AchSo App (zur Videoannotation) sowie die SoAR App (zur Videokommunikation an Baustellen) eingeführt haben.

… Fortsetzung folgt.

Artikel 4: Pilotaktivitäten mit anderen Learning Layers Tools im Bau-ABC – Learning Toolbox in guter Gesellschaft (2016)

von Pekka Kämäräinen

Die ersten zwei Artikel dieser Reihe haben zunächst über die Multimediatrainingskampagne des Learning Layers Projekts in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC berichtet. Der dritte Artikel informierte über die Pilotaktivitäten mit dem integrativen Toolset Learning Toolbox (LTB) in der Ausbildung der Bau-ABC. Dieser vierte Artikel berichtet über einen Feldbesuch, während dessen die Learning Layers Partner zwei weitere Tools – die AchSo App (zur Videoannotation) sowie die SoAR App (zur Videokommunikation an Baustellen) eingeführt haben. Die Tools wurden von unseren Kolleginnen von der Aalto Universität (Finnland) präsentiert. Zusätzlich sammelten unsere Kollegen von der Universität Innsbruck (UIBK) Feedback über die Anwendung der LTB in den ersten Pilotgruppen, die die LTB seit März anwenden. Mitglieder des Projektteams von ITB und Pontydysgu begleiteten diese Aktivitäten und unterstützen die Sessions.

1. Bau-ABC Azubis arbeiten mit AchSo

Frühere Entwicklung von AchSo und Pilotaktivitäten in Finnland

Ursprünglich basiert das Videoannotationstool auf der Vorarbeit von Kollegen der RWTH Aachen – und von diesen stammt auch die Benennung ‘AchSo’, die den Lerneffekt bei der Anwendung des Tools illustrieren soll. Später entwickelte der finnische Partner Aalto Universität (kurz: Aalto) dieses Tool weiter. Das Aalto team führte Pilotaktivitäten mit dem AchSo-Tool mit finnischen Praxispartnern im Bausektor durch. In den finnischen Pilotaktivitäten waren die hauptsächlichen Anwender von AchSo Berufsschüler in der vollzeitschulischen Berufsbildung, die ein obligatorisches Betriebspraktikum absolvierten. Für diese Periode waren die Berufsschullehrer verantwortlich für die Bewertung ihrer Leistungen. Mit Hilfe annotierter Videos konnten die Praktikanten ihre Arbeit und Lerngewinne ordentlich dokumentieren.

Einführung von AchSo für Azubis und Lehrwerkmeister im Bau-ABC

Die Einführung von AchSo im Bau-ABC wurde mit einer Gruppe von Azubis, die innerhalb ihrer Ausbildung zum Brunnenbauer eine Woche Training in der Metalltechnik absolvierten. Zuerst präsentierte Sanna Reponen (Aalto) Hintergrundinformation über AchSo und seine Funktionen. In diesem Zusammenhang wurden auch Fragen zum Datenschutz, Privatsphäreneinstellungen und dem Teilen und von Videos erörtert. Anschließend installierten die Azubis AchSo auf ihre eigenen Geräte oder bekamen Leihgeräte vom Aaltoteam. Zum dritten stellten die Lehrwerkmeister die Projektaufgabe vor – Bearbeitung einer Metallplatte nach Maß, inklusive Feilen und Markierung der Bohrpunkte. Das Projekt gilt traditionell als Elementarübung, mit der die Azubis die angemessene Handhabung der Werkzeuge sowie die Berücksichtigung der Toleranzen erlernen.

Nach der Einführung begannen die Azubis mit der Projektarbeit und – sobald sie Fortschritte gemacht hatten – mit dem Drehen von Videos voneinander in verschiedenen Arbeitsphasen. Gleichzeitig drehte ein Lehrwerkmeister seine Videos über die Arbeit der Azubis. Am Ende des Tages wurden die Videos als eine Sammlung präsentiert und einige exemplarische Videos dann dargestellt.

Unmittelbare Feedback über die Anwendung von AchSo

Es schien, dass die Azubis es positiv fanden, Videos zu drehen – obwohl es um eine Zusatzaufgabe ging und auch Kooperation mit anderen erforderlich war. Normalerweise sind die Projektaufgaben typisch individuelle Aufgaben, die man allein erledigen sollte.

In der ansclhießenden Diskussion sagten die Azubis, dass sie einzelnen Arbeitsphasen mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatten, wenn sie entscheiden mussten, was sie mit Video(s) dokumentieren wollten. Einige Azubis hatten dabei nur ein Video gedreht, während andere versuchten alle wesentlichen Arbeitsphasen mit kurzen Videos zu dokumentieren. Der Lehrwerkmeister sagte, dass die Videos der Azubis ihm einen besseren Überblick über deren Arbeit gaben (statt einem Rundgang in der Werkhalle mit kurzer Begleitung der je individuellen Arbeit). Dazu betonten die Teilnehmer, dass es so eine Dokumentation der überbetrieblichen Ausbildung im Bau-ABC leichter macht,  die Berufsschulen und die Ausbildungsbetriebe auf dem Laufenden zu halten, was für Aufgaben sie im Bau-ABC durchgeführt haben, und welche Lernerfolge erzielt wurden.

Insgesamt bekamen wir den Eindruck, dass die Einführung von AchSo im Bau-ABC gut gelungen ist. Das wurde noch deutlicher bestätigt, als AchSo am nächsten Tag einer  anderen Gruppe von Azubis präsentiert wurde. Das erste Video eines Azubis wurde schon gedreht und hochgeladen, als Sanna Reponen mit ihrer einführenden Präsentation gerade zum Ende kam.

2. Einführung von Augmented Reality für Baugeräteführer

Die Idee der Social Augmented Reality (SoAR)

Das zweite Tool – die Social Augmented Reality (SoAR) – wurde ebenfalls vom Aalto Team entwickelt, um Videokommunikation in Arbeitsumgebungen (z.B. an Baustellen) zu unterstützen. Die Tool SoAR benutzt mehrere Funktionalitäten der Smartphones: Audio, Video und Tagging (durch Zeichnungen). Während Anrufen mit SoAR können die Gesprächsteilnehmer einander sehen und kommunizieren (so wie mit Skype), sie können die Bildschirme miteinander austauschen und so den des jeweils anderen sehen und sie können Videos mit Zeichnungen markieren. Dazu können sie die Aufnahmen anuf ihren Geräten speichern.

Die Einführung des SoAR Tools im Bau-ABC

Am dritten Tag des Arbeitsbesuchs wurde SoAR einer Gruppe (Baugeräteführer) präsentiert, die schon mit AchSo am Vortag gearbeitet hatten. Sanna Reponen demonstrierte zuerst die Funktionalität  des Tools auf dem Übungsgelände. Anschließend begann unmittelbar die Anwendung. Normalerweise üben die Baugeräteführer die Bedienung der Bagger in Gruppen und teilen die Rollen turnusmäßig – deshalb können einige lediglich zuschauen, wenn die anderen im Einsatz sind. Dazu gehört, dass der Lehrwerkmeister nicht dauernd präsent ist. Die Azubis müssen selbstorganisiertes Lernen praktizieren, während der Lehrwerkmeister gleichzeitig auch andere Aufgaben hat. Jetzt hatte der Lehrwerkmeister ein Smartphone mit SoAR und einer der Azubis ein zweites. Auf dieser Weise konnte der Lehrwerkmeister zwischen verschiedenen Übungsgeländen und seinem Büro rotieren, und trotzdem in Echtzeit ansprechbar sein.

Schon während eines der ersten Testanrufe ergab sich ein Problemfall, als einer der Zylinder des Baggers sehr viel Lärm machte – und der Lehrwerkmeister gerade anderswo im Einsatz war. Dank des SoAR-Tools konnten die Azubis ihm die Situation mit Livevideobild und O-Ton beschreiben. Dadurch konnte er das Problem identifizieren und weitere Instruktionen geben. Nach diesem echten Problemfall (und den notwendigen Reparaturmaßnahmen) machten weitere Azubis ebenfalls Testanrufe und der Lehrwerkmeister antwortete aus verschiedenen Arbeitsstationen und Übungsgeländen. Insgesamt hat die Kommunikation gut funktioniert, obwohl die Hintergrundgeräusche der Baugeräte als Störfaktor empfunden wurden.

Am Ende des Tages hatten wir eine Wrap-up Sitzung mit Feedback der Azubis. Diese gaben sehr positives Feedback über die Anwendung von SoAR und waren auch interessiert, mehr über die Tools (AchSo und SoAR) zu lernen. Auf ähnliche Weise hatte der Lehrwerkmeister eine sehr positive Erfahrung mit dieser pilothaften Anwendung von SoAR gemacht. Insgesamt – nach den drei Testtagen – kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass AchSo und SoAR sehr gute Ergänzungen zum integrativen Toolset Learning Toolbox anbieten.

Artikel 3: Pilotaktivitäten mit der Learning Toolbox (LTB) im Bau-ABC (2016)

von Pekka Kämäräinen

In Februar und März 2016 begann das Learning Layers Projekt eine Pilotphase, um die Tools der integrativen “Learning Toolbox (LTB)” in die überbetriebliche Ausbildung des Bau-ABC einzuführen. Die früheren Artikel dieser Reihe über die Trainingskampagne mit Themenräumen (im November 2015) deuteten schon an, dass die Workshops auch  als Vorbereitung für die künftige Pilotaktivitäten fungierten. Der dritte Artikel gibt zuerst Einblicke in die Vorbereitung der Pilotaktivitäten mit den Lehrwerkmeistern im Bau-ABC. Dann folgt ein Kurzbericht über die Kick-off Veranstaltung und über einen Arbeitsbesuch der LL-Partner kurze Zeit später. Insbesondere fokussiert der Artikel auf die Art und Weise, wie die Lehrwerkmeister ihre eigenen Herangehensweisen mit der LTB.-Anwendung entwickelten.

1. Vorbereitung mit Lehrwerkmeistern: Drei exemplarische Anwendungsfälle

In den vorbereitenden Gesprächen schlugen verschiedene Bau-ABC Lehrwerkmeister drei exemplarische  Anwendungsfälle für die Einführung der LTB in ihre Berufe bzw. Themengebiete vor. Im ersten Fall geht es um ein Projekt der Brunnenbauer. Im zweiten Fall geht es um den fachübergreifenden Lernbereich ‘Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz’. Im dritten Fall geht es um ein gemeinsames Projekt der Zimmerer und Maurer.

Im Pilot mit Brunnenbauern wird die LTB zunächst als Instrument für die Verbreitung von Zusatzmaterialien und Lernhilfen genutzt. Lehrwerkmeister Lothar Schoka hat angefangen LTB-Stacks zu entwickeln, die Zugang zu themenrelevanten Richtlinien und Instruktionen (z.B. Auszüge von DIN-Normen) anbieten. Dazu wurde die Möglichkeit diskutiert, digitale Arbeitsmappen für Auszubildende über die LTB anzubieten (z.B. Checklisten für Werkzeuge und Baumaterialien).

Betreffend den Themenbereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, gab Lehrwerkmeister Thomas Weerts zuerst einen Überblick über verschiedene Materialien. Die Berufsgenossenschaft Bau hat ein Baukastensystem von Referenzmaterialien produziert. Darüber hinaus gibt es auch zielgruppenorientierte Materialien für junge Bauarbeiter. Für Ausbilder und Lehrwerkmeister gibt es ein Kompendium (KomPass). Diese Materialien stehen im Internet zur Verfügung und die LTB könnte Zugang zu ihnen geben.

Für die Projekte in der überbetrieblichen Ausbildung müssen die Auszubildenden regelmässig ein Formular ausfüllen, um die in den jeweiligen Aufgaben möglichen Gesundheitsrisiken zu erkennen (Gefährdungsbeurteilung). In diesem Zusammenhang kann die Anwendung von LTB folgendes anbieten:

  • Einfacher Zugang zu umfassenderen Internet Dokumenten (die später gelesen werden können).
  • Unmittelbarer Zugang zu themenrelevanten Kurzinformationen (Checklisten, Auszüge aus Informationsblättern, Modelllösungen mit Feedback)
  • Zugang zu themenbezogenen Quiz Tools (Einfaches Quiz oder spezifische Varianten zur Fehlerentdeckung).

Das gemeinsame Projekt von Zimmerern und Maurern bezieht sich auf traditionelle Bautechniken, die eine Zusammenarbeit von Zimmerern und Maurern voraussetzen (Holzrahmenbau für Fachwerkhäuser). Die Auszubildenden werden im Rahmen des Kooperationsprojektes diese Techniken ausüben und die Arbeit beider Berufsgruppen miteinander verzahnen. Die Lehrwerkmeister, die diese Arbeit betreuen, Markus Pape und Kevin Kuck, sehen die Vorteile der Anwendung der LTB in folgender Weise:

  • Das Gefüge von LTB-Stacks bietet einen Überblick über das Projekt (insgesamt) und über die relevanten Standards.
  • Berufsbezogene LTB-Stacks bieten die Möglichkeit, die Einarbeitung der beiden Gruppen (Zimmerer und Maurer) in die Aufgaben der benachbarten Berufen zu organisieren und zu betreuen.
  • Projektbezogene LTB-Stacks bieten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit der beiden Gewerke zu koordinieren.

2. Einblicke in die Kick-off Veranstaltung und Feedback unmittelbar danach

Am 14. März organisierte das Bau-ABC eine Kick-off Veranstaltung als Auftakt für die Pilotaktivitäten  mit der LTB in zwei Berufsgruppen – Zimmerer und Brunnenbauer. In diesem Zusammenhang waren mehrere Projektpartner beteiligt, um diesen Anfang zu unterstützen. Kurz danach war eine kleine Gruppe aus ITB und Pontydysgu zu Besuch im Bau-ABC, um Feedback zu sammeln und weitere Schritte in den Pilotaktivitäten anzubahnen. Der Teilabschnitt gibt zunächst Einblicke in die Einführung der LTB in die Gruppe der Zimmerer während der Kick-off Veranstaltung. Der zweite Teilabschnitt berichtet über die Diskussionen von Besuchern aus Bremen mit Lehrwerkmeistern kurz nach der Auftaktveranstaltung.

Auftakt der LTB-Pilotaktivitäten mit den Zimmerern

In der Gruppe der Zimmerer gaben die  LL-Partner zuerst einen kurzen Überblick über das Projekt und präsentierten dann die Funktionalität der LTB als integrativem Toolset. Anschließend installierten die Auszubildenden die LTB auf ihren Smartphones. Danach präsentierte Lehrwerkmeister Fiddi Bruns kurz die Projektaufgabe für die nächste Ausbildungsperiode im Bau-ABC. Nach dieser inhaltlichen Einführung präsentierte Lehrwerkmeister Markus Pape die LTB-Stacks, mit deren Hilfe die Auszubildenden ihre Projektarbeit unterstützen können (und welche Art Funktionen zur Verfügung gestellt werden). Nach diesen Instruktionen organisierten die LL-Partner eine kurze Gruppendiskussion mit den Auszubildenden, um deren erste Eindrücke zu sammeln. In dieser Diskussion gaben die Auszubildenden sofort positive Rückmeldung über das neue Toolset und erwähnten gleich einige Vorteile, auf welche Weise die LTB ihr Lernen in der Berufsausbildung unterstützen könnte.

Perspektiven für die Verbreitung der Pilotaktivitäten aufgrund der ersten Erfahrungen

Oben wurde bereits erwähnt, dass die Zimmerer und Maurer ihre Pilotaktivitäten mit einem gemeinsamen Projekt begonnen haben. Eine ähnliche Gelegenheit zur Kooperation zwischen zwei Berufsgruppen wurde für die Pilotgruppe der Brunnenbauer entdeckt. In ihrer nächsten Ausbildungsphase im Bau-ABC wird diese Gruppe im Bereich der Maschinen- und Metalltechnik ausgebildet. Lehrwerkmeister Lothar Schoka hat angeboten, seine LTB-Stacks den Kollegen im Nachbarbereich zu präsentieren und sie in der Anwendung der LTB zu unterstützen. Eine weitere Möglichkeit für Kooperation und Transfer von Erfahrungen wurde zwischen den Lehrwerkmeistern in Strassenbau und Rohrleitungsbau entdeckt.

Insgesamt konnten die LL-Partner sehen, dass die Pilotaktivitäten mit der LTB über solche natürliche Nachbarschaftsbeziehungen verbreitet werden können. Nichtsdestotrotz, konnten die Besucher auch mehrere Hürden und Herausforderungen bemerken, die weitere Massnahmen von Bau-ABC und vom LTB-Entwicklern benötigen. Zusätzlich konnten die Besucher auch sehen, dass es möglich ist, eine neue Phase von ‘Themenraum’-Trainings einzuführen mit einem Hauptthema der Anwendung der LTB.

 

Artikel 2: Peer Learning und Anwendung digitaler Medien in “Themenraum”-Workshops (2015)

von Pekka Kämäräinen

Der erste Artikel in dieser Reihe gibt einen Überblick über Vorbereitung und Beginn der Trainingskampagne mit Themenraum-Workshops in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC im November 2015. Der zweite Artikel präsentiert Einblicke in Prozesse von Peer Learning sowie Fallbeispiele zur Anwendung digitaler Medien in den einzelnen Workshops.

Unten wird in zwei Hauptabschnitten über die Aktivitäten und Lernerfahrungen mit den zwei Themen (“Soziale Medien als Unterstützung für berufliches Lernen” und “Herstellung digitaler Lernmaterialien”) berichtet. Hier wird nicht versucht, alle parallelen Gruppen in einem umfassenden Bericht zusammenzufassen. Stattdessen widerspiegeln die Bemerkungen und Einschätzungen eher die Entwicklungen in der Gruppe, wo der Autor als Ko-Tutor tätig war. Dazu gibt es einige ergänzende Bemerkungen über die Gruppendynamik in den anderen Gruppen (aufgrund Erfahrungsaustausch zwischen den Tutoren).

1. Die Rolle der Sozialen Medien als Unterstützung für berufliches Lernen

In den meisten Lerngruppen waren die Tutoren des Bau-ABCs schon aktiv bei Facebook, weil sie Facebook-Gruppen des Bau-ABCs für ihr jeweiliges Gewerk gegründet hatten. Und in diesen Gruppen waren die Auszubildenden aktiv beteiligt – als Leser und mit Beiträgen. Trotzdem waren nicht alle Teilnehmer begeistert über Facebook. Jedoch konnten alle Teilnehmer konnten akzeptieren, dass die existierenden Facebook-Gruppen des Bau-ABCs eine positive Rolle in der beruflichen Identitätsbildung der Auszubildenden und in der Öffentlichkeitsarbeit des Bau-ABC gespielt hatten. Deshalb galten die ersten Übungen mit Facebook als natürliche ‘Vorspeisen’ für dieses Thema – um dann mit anderen Medien, Plattformen und sozialen Netzwerken weiter zu üben.

Einstieg mit Facebook – und die Bedeutung der “Hands-on” Übungen

Am Anfang eröffneten die Teilnehmer für sich Konten bei Facebook und informierten sich über die Einstellungen. Hier konzentrierten sich einige Lerngruppen auf die Einstellungen zur Privatsphäre fokussiert, während sich andere Gruppen stärker mit dem Teilen von Inhalten zwischen Einzelnen bzw. Gruppen beschäftigten. Insgesamt waren diese Übungen nützlich, um die Kluft zwischen Anwendern und Nicht-Anwendern zu überwinden.

Überblick über weitere soziale Medien, Plattformen und Netzwerke

Nach dem Einstieg präsentierte das Training eine breitere Palette von sozialen Medien, Plattformen und Netzwerken, um deren Potenzial zur Unterstützung der Berufsausbildung zu diskutieren. In dieser Phase hatten die Gruppen kurze Demonstrationen und ein Brainstorming über Nutzen und Nachteile verschiedener Medien. Auf diese Weise wurde die Anwendung von Twitter, Blogs, YouTube und einigen anderen Medien kurz thematisiert. Am Ende dieser Phase wurden die Teilnehmer eingeladen, ihre eigenen Prioritäten für die Anwendung sozialer Medien auszudrücken. Insbesondere klärten sie, welche Prioritäten sich auf welche Zwecke und welche Zielgruppen bezogen.

2. Herstellung digitaler Lernmaterialien für berufliche Bildung

Mit diesem Themenbereich hatten die parallelen Lerngruppen einigermassen unterschiedliche Herangehensweisen. Die Gruppen, die mit diesem Theme angefangen hatten, fokussierten sich auf die Vorbereitung von exemplarischen digitalen Lerninhalten. Damit haben diese Gruppen die Produktions- und Redaktionsprozessen betont. Die Gruppen, die mit dem Thema ‘Soziale Medien’ angefangen hatten, richteten mehr Aufmerksamkeit auf die Arbeit mit Blogs (und in diesem Zusammenhang spezifische Tools und Apps). Auf diese Weise wurden Blogs als potenzielle Keimzellen für umfassendere digitale Lernumgebungen präsentiert.

Arbeit mit Videos und spezifische GoConqr Tools

Die zwei Gruppen, die mit dem Thema “Digitale Lernmaterialien” angefangen hatten, beschäftigten sich auch mit Produktion und Redaktion von Kurzvideos. Zusätzlich führten diese Gruppen einige domänenspezifische Übungen für Auszubildende mit GoConqr Quiz Tools durch. Diese Gruppen nutzten die Brainstorming Phasen dazu, die

Anwendbarkeit der Videos und GoConqr Tools in der Berufsausbildung zu diskutieren. In der Fortsetzung zum Thema ‘Soziale Medien’ diskutierten diese Gruppen die Rolle der Blogs als Instrumente, um solche Übungen den Auszubildenden zu präsentieren.

Arbeit mit Blogs

Die Gruppen, die in diesem Thema hauptsächlich die Arbeit mit Blogs betonten, hatten jeweils leicht unterschiedliche Akzente. In einer Gruppe wurden die Teilnehmer beauftragt, ganz neue Blogs zu beginnen und die Anwendung (mit Posts und Kommentaren) zu üben. Hier arbeiteten die Teilnehmer sich in die Prozesse, Techniken und redaktionellen Optionen ein.

In der anderen Gruppe wurden die schon existierenden Blogs der Bau-ABC Lehrwerkmeister (insbesondere das Zimmererblog und das Brunnenbauerblog) als Ausgangspunkt genommen. Mit Übungen mit und Diskussionen über die vorhandenen Blogs machten sich die Teilnehmer Gedanken dazu, ob sich diese Blogs als Vorlagen für ähnliche Blogs in den anderen Gewerken nutzen lassen. In der nächsten Phase wurden genauere Fragen zur optimalen Anwendung von Blogs gestellt. Die Diskussionen in dieser Phase wurden gemeinsam mit Hilfe eines GoConqr Mindmaps zusammengefasst. In dem Mindmap wurden Argumente für die Einführung unterschiedlicher Inhalte mit Hilfe von Blogs und für deren Teilen (als öffentlich zugängliche) oder deren Beibehaltung als private Inhalte.

Die Arbeit in den beiden Gruppen brachte die Teilnehmer mit Erfahrung mit Blogs näher an diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit Blogs gehabt hatten. Darüber hinaus hatte die Diskussion in der zweiten Gruppe konkrete Vorschläge gebracht, wie bestimmte grundlegende Inhalte als ‘integrated Packages’, als Bausteine für solche Blogs entworfen werden konnten. Diese ‘Packages’ konnten Links zu anderen Dokumenten, Photos, Zeichnungen und Videos, Quiztests sowie Links auf externe Materialien miteinander verknüpfen. In dieser Hinsicht hat diese Diskussion schon ansatzweise den Weg für die Einführung der Learning Toolbox vorbereitet.

Artikel 1: Überblick über das Learning Layers Training mit “Themenräumen” im Bau-ABC (in 2015)

Ein Höhepunkt in den Learning Layers (LL) Projektaktivitäten im Bausektor im Jahre 2015 war die Trainingskampagne mit “Themenräumen” in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Bau-ABC. Ursprünglich wurde der Ansatz von den Lehrwerkmeistern des Bau-ABC initiiert. Nach den früheren pilothaften Multimediatrainingsworkshops wollte man ein flexibles Trainingsmodell entwickeln, das regelmäßige Workshops mit selbstorganisiertem Lernen, Peer Tutoring und Onlineunterstützung verbindet. Das alles wurde mit dem Konzept “Themenräume” zusammengefasst.

1. Der “Themenraum”-Ansatz nimmt Gestalt an und wird umgesetzt

Der Grundgedanke des Themenraumansatzes war, zuerst einige Hauptthemen zu setzen, die mit parallelen bzw. sukzessiven Workshops bearbeitet werden. Die Kontinuität des Lernens zwischen den Workshops wird mit Hilfe von Online-Lernräumen und Peer Tutors unterstützt. Die Teilnehmer können dann ihre Wege durch die Themenräume in einer abgestimmten Zeitspanne durchlaufen. (Hier sollte man die recht unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Teilnehmer berücksichtigen und demgemäß das Lerntempo anpassen). Insbesondere mit Peer Tutoring und Online-Lernräumen werden die Teilnehmer unterstützt, den Weg durch die Lernaufgaben der Themenräume zu absolvieren.

In der gemeinsamen Vorbereitungsphase wurden zuerst die folgenden Themen für die aktuelle Trainingskampagne zur Diskussion gestellt:

  1. Anwendung sozialer Medien als Unterstützung fürs berufliche Lernen,
  2. Herstellung digitaler Lernmaterialien,
  3. Urheberrecht, Lizenzen und Austausch und Teilen von Information im Internet,
  4. Anwendung der Learning Toolbox (LTB) als integrativem Toolset.

In der genaueren Planung haben wir entschieden, mit weniger Themen anzufangen und je zwei Workshops für die zwei ausgewählten Hauptthemen anzubieten. Demgemäß wurde zuerst mit den Themen ‘Soziale Medien’ und ‘Digitale Lernmaterialien’ angefangen. Das Thema ‘Urheberrecht’ wurde als Querschnittsthema eingeplant und mit kurzen ‘Gastvorträgen’ des verantwortlichen Tutors (Dirk Stieglitz) abgedeckt, der die parallelen Gruppen im Laufe der Trainingskampagne besuchte. Dazu haben wir entschieden, das Thema ‘Learning Toolbox’ in eine spätere Phase des Trainings mit Themenräumen zu verschieben.

Nach diesen inhaltlichen Vorbereitungen waren wir bereit, die Trainingskampagne für das ganze Aus- und Weiterbildungspersonal des Bau-ABC in Rostrup (und dessen Pendant ABZ in Mellendorf) anzufangen.  Für jede Teilnehmergruppe (insgesamt 5) hatten wir einen Peer Tutor aus dem Bau-ABC (Lothar Schoka, Kevin Kuck, Markus Pape, Stefan Wiedenstried, Melanie Campbell) und einen Ko-tutor aus dem ITB (Pekka Kämäräinen, Joanna Burchert, Lars Heinemann, Werner Müller, Ludger Deitmer). Zusätzlich war Dirk Stieglitz als Gasttutor für seinem Themenbereich tätig und Jaanika Hirv (Tallinn Universität) unterstützte die Koordination und Durchführung der Trainingskampagne am Ort.

2. Zwischenbilanz nach dem ersten Zyklus der Themenraumworkshops

Genauere Einblicke in die thematische Workshops und die Lernerfahrungen werden in Artikel 2 gegeben (s. Peer learning and use of digital media in Theme Room workshops). Deshalb wird unten über die gemeinsame Zwischenbilanzierung im Bau-ABC nach dem ersten Zyklus mit vier Workshops berichtet. Hier einige Bemerkungen aus der Diskussion:

a) Bemerkungen der Teilnehmer über deren Lernerfahrungen

Die Lehrwerkmeister des Bau-ABC gaben Rückmeldungen über ihre Lernerfahrungen mit sozialn Medien und digitalen Lerninhalten. Insbesondere gaben solche Teilnehmer positives Feedback, die sich selbst eher als Anfänger betrachtet hatten. Auch das Lernklima in den Gruppen wurde positiv bewertet. Dazu betonte Direktor Emken (als Teilnehmer in einer Gruppe), dass die Workshops allen die Chance gegeben hatten, als Peer Learner mitzumachen. Dazu war es seiner Meinung nach wichtig, dass es keinen Druck gab, von den Teilnehmern mehr zu erwarten und  zu fordern als das, wozu sie bereit waren.

b) Feedback über praktische Arrangements

Betreffend die praktischen Arrangements gab es mehrere Bemerkungen. Der Zeitpunkt für die Workshops (am Freitag Nachmittag) wurde als nicht ganz ideal für das Erwerben neuer Fähigkeiten betrachtet. Jedoch konnten wir konstatieren, dass es den Gruppen gelungen ist, die anfängliche Ermüdung zu überwinden und inspiriert zu werden. Die Teilnehmer fanden auch das Arrangement nützlich, ein Schwerpunktthema mit zwei sukzessiven Workshops zu bearbeiten und möglichst nahtlos in das folgende Thema einzusteigen. Die Teilnehmer begrüßten auch, dass dasselbe Tutorenpaar die Gruppe in allen Workshops betreute.

c) Organisationale Fragen

Direktor Emken betonte hier, dass das Bau-ABC sich in der Zukunft als Wegweiser in der Anwendung digitaler Medien und Web Tools im Training positionieren müsse. In dieser Hinsicht ist seiner Meinung nach das Bau-ABC zunächst als Lerner unterwegs. Man macht Fortschritte, aber noch ist man auf dem Wege. Und hier soll das Bau-ABC auch seine Partner vom Bausektor auf dem Laufenden halten. Aus dieser Perspektive war es ihm und den Teilnehmern klar, dass das Bau-ABC mit dem Themenraumansatz weiter arbeiten muss und bestmögliche Lernergebnisse aus den Workshops holen soll.

Insgesamt waren die Bemerkungen positiv und die Teilnehmer bestätigten ihre Bereitschaft, mit dieser Art Training weiterzumachen. Für die unterstützenden Learning Layers-Partner war die Diskussion ein klares Signal, den Ansatz mit dem Bau-ABC weiterzuentwickeln. Das Themenraumtraining ist im Bau-ABC angekommen. Auf dieser Grundlage lassen sich weitere Maßnahmen in der Projektarbeit aufbauen.

Höhepunkte und Meilensteine der Learning Layers Pilotaktivitäten des Bausektors im Jahre 2015

von Pekka Kämäräinen

Im Jahr 2015 erlebten die Learning Layers-Partner im Bausektor einige Höhepunkte und erreichten einige Meilensteine. Diese werden in den folgenden Artikeln und Berichten dargestellt:

Im März 2015 publizierte das Learning Layers-Projekt einen interessanten Bericht über finnische Pilotaktivitäten der Aalto Universität mit dem Videoannotationstool AchSo! im Bausektor. Der Artikel – vom freiberuflichen Journalist Esa Tuominen für die Zeitschrift der Finnischen Bauarbeitergewerkschaft Rakentaja geschrieben – wurde von Pekka Kämäräinen übersetzt und ist unten erhältlich.

Im April 2015 hatte der Praxispartner Agentur einen besonderen Höhepunkt, als das Eröffnungsfest der gemeinsamen Ausstellungs- und Bürogebäude der Organisationen für nachhaltiges Bauen (Agentur, NNB und NZNB) stattfand. In diesem Zusammenhang wurde auch die vom Learning Layers-Projekt unterstützte Ausstellungnachhaltig. bauen. erlebeneröffnet. Ein Bericht des Teams aus ITB- und PontydysgukollegInnen über die Eröffnung ist unten erhältlich.

Im Mai 2015 veranstaltete der Praxispartner Bau-ABC Rostrup seine jährlichen Weiterbildungstage für ihr Aus- und Weiterbildungspersonal. In diesem Zusammenhang wurde ein Team aus ITB und Pontydysgu eingeladen, um Workshops zu organisieren. Diese Workshops hatten als Thema die Anwendung der Learning Layers Tools, insbesondere der Learning Toolbox. Die Teilnehmer waren Lehrwerkmeister und Weiterbildungskoordinatoren des Bau-ABCs. Ein Bericht des Teams der ITB- und PontydysgukollegInnen über die Workshops ist unten erhältlich.

Im Juni 2015 organisierten ITB und Aalto ein Meeting mit finnischen Ansprechpartnern, die die Lehrlingausbildung in Finnland fördern. Dieses Meeting hatte einen Informationsaustausch über die Learning Layers Pilotaktivitäten im Bausektor (in Finnland und Deutschland) und aktuellen finnischen Vorhaben zur Entwicklung der Lehrlingsausbildung zum Thema. Ein Bericht des Teams von ITB und Aalto über das Meeting ist unten erhältlich.

Im September 2015 veröffentlichte das Entwicklerteam der Learning Toolbox die öffentliche Betaversion. Dieses Ereignis wurde zuerst mit Werkstattgesprächen und Tests im Bau-ABC (unter Beteiligung von ITB und Pontydysgu) angekündigt. Unmittelbar danach wurde ein Workshop innerhalb der Internationalen Bremer Berufsbildungskonferenz durchgeführt. Ein Bericht des Teams von ITB und Pontydysgu über die Werkstattgespräche und den Workshop ist unten erhältlich.

Im September 2015 empfingen ITB und Pontydysgu eine Delegation von 14 Personen der Singapore Workforce Development Agency (WDA), geleitet von Generaldirektor und Forschungsdirektörin. Das Meeting mit der Delegation konzentrierte sich auf die Entwicklung der Learning Layers Tools und deren Anwendung zur Unterstützung für das Lernen im Arbeitsprozess. Die Gäste informierten über ihr Innovationsprojekt  iN.LEARN 2020 (Auftaktveranstaltung in Oktober 2015) und zeigten ihr Interesse an weiterer Kooperation. Ein Bericht von ITB und Pontydysgu über das Meeting ist unten erhältlich.

 

Learning Layers-Projekt konferiert mit einer Delegation der Singapore Workforce Development Agency (Bremen 18.9.2015)

von Pekka Kämäräinen, Ludger Deitmer und Dirk Stieglitz

Die Forschungspartner ITB und Pontydysgu trafen sich einen Tag mit einer Delegation der Singapore Workforce Development Agency (WDA). Die Delegation wurde vom Generaldirektor Ng Cher Pong und Forschungsdirektorin Gog Soon Joo geleitet. Die 12 TeilnehmerInnen kamen neben WDA auch vom Ministry of Manpower und aus verschiedenen Partnerorganisationen. Die Delegation hatte mehrere Zielorte in Europa, und in Deutschland war das Meeting mit dem Learning Layers-Projekt in Bremen das Hauptziel.

Im ersten Teil des Meetings präsentierte das ITB-Team das Projekt Learning Layers – mit Fokus auf Pilotaktivitäten im Bausektor und die Entwicklung der Learning Toolbox. Dazu wurden die Struktur, Funktionalität und Anwendungsmöglichkeiten der Learning Toolbox in einer Internet-Demonstration dargestellt.

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Im zweiten Teil des Meetings berichteten die Gäste aus Singapore über berufliche Bildung und innerbetriebliche Mitarbeiterqualifizierung. In diesem Zusammenhang wurden die Rolle der staatlichen Interventionen und der WDA sowie die Bedeutung von Partnerschaften diskutiert. Aus dieser Perspektive waren die Gäste sehr am deutschen dualen System der Berufsbildung, Ausbildungs- und Weiterbildungspartnerschaften und die Beteiligung der Betriebe interessiert. Zudem gab es großes Interesse an den Anwendungsmöglichkeiten der Learning Toolbox für Trainingmaßnahmen und im arbeitsbezogenen Lernen.

Zum Schluss berichteten die Gäste, dass Singapore im Oktober 2015 ein neues Projekt “Innovative Learning 2020 (iN.LEARN 2020)” auflegen wird. WDA ist als Partner involviert, während das Singapore Institute of Adult Learning für die Koordination zuständig ist. Das iN.LEARN 2020 ist ein nationales Leitprojekt für die Gestaltung innovativer Lernumgebungen und dauert mehrere Jahre.  Die Gäste betonten ihre Bereitschaft, Kontakte mit dem Learning Layers-Projekt weiterzuführen und den Informationsaustausch zu vertiefen.

Learning Layers präsentiert Learning Toolbox Beta Version: Werkstattsgespräche in Bau-ABC und Workshop in der Internationalen Berufsbildungskonferenz (Rostrup/Bremen 2.9.-3.9.2015)

von Pekka Kämäräinen

Anfang September 2015 hat ITB eine internationale Berufsbildungskonferenz in Bremen veranstaltet. Die Learning Layers Teams von ITB und Pontydysgu haben in der Konferenz ein Workshop organisiert, um das Learning Layers project zu präsentieren. Insbesondere war die Absicht, das ‘mobile Werkzeugkasten’ Learning Toolbox und anschließende Trainingskonzepte zur Diskussion zu bringen sowie eine Gelegenheit für’Hands-on-testing’ von Learning Toolbox anzubieten. Das Entwicklerteam von Learning Toolbox hatte gerade im Vorfeld der Konferenz eine Beta Version Veröffentlicht. In diesem Zusammanhang besuchten ITB, Pontydysgu und RayCom (von Entwicklerteam) zuerst Bau-ABC Rostrup, um Feedback mit Werkstattgespräche und Testing am Ort zu kriegen.

In Bau-ABC haben die Entwickler die Funktionalität der Beta Version von Learning Toolbox demonstriert und dann praktische Anwendungsmöglichkeiten in drei Gewerke (Zimmerer, Brunnenbauer, Rohrleitungsbauer) identifiziert. Die Lehrwerkmeister von Bau-ABC haben exemplarische Lern-und Arbeitsaufgaben identifiziert, die man mit Hilfe von Learning Toolbox besser durchführen kann. In diesem Zusammenhang konnte man mit Hilfe von Stacks (Stapeln), Tiles (Kacheln) und vernetzte Web-Services (z.B. Slideshare) den Anwender Zugriff zu relevanten Lerninhalte sowie Bedienungsanleitungen der Baugeräte ermöglichen.

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In der Konferenz haben die ITB Mitarbeiter zuerst einen Überblick über Learning Layers Projekt und über das Entwicklungsprozess des Learning Toolbox gegeben. Danach hat RayCom eine Online Demonstration über Learning Toolbox Beta präsentiert – mit Bezug auf die Beispiele und Lösungsansätze, die man mit den Lehrwerkmeistern gerade entdeckt und entwickelt hatte.

Nach den Präsentationen wurde das Publikum in zwei Arbeitsgruppen geteilt. In einer Gruppe haben die Teilnehmer mit der Testing von Learning Toolbox fortgesetzt. In der zweiten Gruppe haben die Teilnehmer zwei Trainingskonzepte diskutiert, die nach der Online-Demonstration von ITB un Pontydysgu präsentiert wurden (‘Themenräume’ und Offene Online-Kursen).

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Nach dem Besuch in Bau-ABC haben ITB, Pontydysgu und RayCom echte Anwendungsfälle zur Diskussion gestellt. Aufgrund der Hintergrundanalysen, Online-Demonstration und Darstellungen der Trainingskonzepte könnten die Teilnehmer echte Feedback über Learning Toolbox und über die Entwicklung der Trainingskonzepte geben.

Das Learning Layers Projekt trifft Finnische Ansprechpartner für die Entwicklung der Lehrlingausbildung (Espoo 4.6.2015)

von Pekka Kämäräinen und Marjo Virnes

Im Frühjahr 2015 haben Learning Layers Partner aus Aalto Universität in einem Pilotvorhaben mitgewirkt,in dem das AchSo! Video Annotation Tool im Bausektor angewendet wurde. Das Vorhaben wurde als Zusammenarbeit zwischen der Bauarbeitergewerkschaft, der Firma Skanska und den regionalen Berufsschulzentren in Tampere und Valkeakoski durchgeführt. Die Gewerkschaftszeitschrift  Rakentaja hatte ein Artikel über das Finnische Pilot veröffentlicht. Das Artikel wurde dann vom Learning Layers Projekt als Englische und Deutsche Sprachversionen auf Projektwebsite veröffentlicht (S. http://learning-layers.eu/construction/ (EN Version) und http://learning-layers.eu/german/aktivitaten/ (DE Version)).

Danach hatten die Learning Layers Partner ITB und Aalto Universität eine gemeinsame Veranstaltung initiiert, um Finnische Asprechpartner über parallelle Pilotvorhaben in Deutschland und in Finnland zu informieren. Die TeilnehmerInnen kamen aus verschiedene Organisationen, die Lehrlingausbildung in Finnland unterstützen:  regionale Koordinationsstellen für Lehrlingausbildung (Annukka Norontaus, Terttu Konttinen), Verband der Paten der Leahrlingausbildung (Kari Viinisalo) und Institut für Lehrerausbildung in Berufsfelder Verwaltung, Handel und Gastwirtschaft (Virve Vainio).

Zuerst haben ITB und Aalto einen Überblick über das Learning Layers Projekt und dessen Entwicklung gegeben. Dann hat Aalto über die Finnisch Pilotvorhaben mit dem AchSo! tool (in der Berufsbildungszentren mit Bauberufen und in Fachhochschulen mit Pflegeberufen). Danach hat ITB über die Entwicklung des Learning Toolbox als integrative Werkzeugskasten (für die Entwicklung des arbeitsbezogenen Lernens) informiert. Die Finnische TeilnehmerInnen haben dann über aktuelle bildungspolitische Entwicklungen in Finnland informiert sowie ihre eigene Aktivitäten zur Förderung der Lehrlingausbildung erzählt. In diesem Zusammenhang wurde auch Information über laufende Forschungsvorhaben sowie über künftige Konferenzen geteilt.

Die TeilnehmerInnen haben entschieden, die Zusammenarbeit fortzusetzen und haben einen gemeinsamen Verteiler gegründet. Dazu haben die TeilnehmerInnen sich verpflichet, Beiträge über weitere Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Initiativen an Verkko-Osaaja (gemeinsame Web-Journal der Koordinationsstellen für Lehrlingausbildung).

Weiterbildungstag über Learning Layers Tools im Bau-ABC Rostrup (11.5.2015)

von Pekka Kämäräinen, Ludger Deitmer, Werner Müller und Lars Heinemann

Die jährlichen Weiterbildungstage (Training Days) für das Personal des Bau-ABC Rostrup, ABZ Mellendorf und der Bauakademie Nord haben schon eine längere Tradition. Dieses Jahr wurden die Projektteams von ITB und Pontydysgu eingeladen, drei Workshops über Learning Layers-Tools am ersten Weiterbildungstag zu organisieren. Zwei Workshops wurden mit Lehrwerkmeistern (mit Fokus auf die berufliche Erstausbildung) und ein dritter mit KoordinatorInnen der Weiterbildung (und EDV-Spezialisten) durchgeführt.

LL_Training-Day_1

Alle Workshops folgten einem gemeinsamen Verlaufsplan. Erstens wurde ein Überblick über die Entwicklung des Projekts insgesamt dargestellt und dann die Rolle der Learning Toolbox als zentralem Tool für Pilotaktivitäten im Bausektor erläutert. Zweitens wurde kurz erklärt, wie die Learning Layers-Tools als Elemente in einer gemeinsamen Systemarchitektur integriert werden. Drittens wurde eine Online-Demonstration über die gewünschte Funktionalität der Learning Toolbox präsentiert, die man für die künftige Beta-Version entwickelt.

LL_Training-Day_2

Nach den Präsentationen arbeiteten die TeilnehmerInnen in Kleingruppen. Für die ersten zwei Workshops hatten die Lehrwerkmeister Beispiele für Ausbildungsprojekte gewählt, mit denen Auszubildende in Bau-ABC arbeiten. In der Gruppe für  Weiterbildung diskutierten wir das Zusammenspiel zwischen Präsenzveranstaltungen und des selbstorganisierten Lernens zwischen den Veranstaltungen.  Hier wurden Anknüpfungspunkte gesucht, an denen die Anwendung von Learning Layers-Tools nützlich sein kann. Zudem diskutierten wir, wie wir die Referenten der Weiterbildungsveranstaltungen als Anwender der Learning Layers Tools einarbeiten können.

In der Gruppenarbeit fanden die Lehrwerkmeister mehrere Anknüpfungspunkte für die Anwendung der Learning Toolbox (z.B. Informationssuche aus renommierten Quellen, koordinierte Anwendung relevanter Apps, Dokumentation von Arbeitsphasen mit eigenen Videos, auch mit Annotationen). In der Gruppe für Weiterbildung haben die Forschungspartner Anknüpfungspunkte für ein Spin-off Projekt gesucht, das sich mit einer besonderen Zielgruppe und mit einem entsprechenden Qualifizierungsmodell beschäftigen wird.